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Wissenschaft literarisch: Digitale Schreibwerkstatt 2021 im Museum für Naturkunde Berlin.

Es war eine Impulshandlung als ich an den Weihnachtsfeiertagen durch meinen Twitteraccount scrollte und mir jemand einen Tweet des Museums für Naturkunde in die Timeline spülte. Kreativ ins neue Jahr: In der digitalen Schreibwerkstatt erfahrt ihr im Januar mehr über die Erschließung unserer Sammlungen "Fossile Wirbellose" und "Paläobotanik" und verbessert eure Skills mit einer Schreibtrainerin. So schnell hatte ich mich noch nie irgendwo angemeldet – eine Schreibwerkstatt wollte ich schon immer mitmachen, um mich nach langer Zeit wieder dem Kern meiner Profession – dem Schreiben – aus einem anderen Blickwinkel zu widmen.  Zwar hatte ich mich 2018 schon einmal zu einem einwöchigen Schreibworkshop bei einem Bildungsanbieter angemeldet und dafür das erste Mal in meinem Arbeitsleben den Anspruch auf Bildungsurlaub genutzt. Es war ein furchtbare Enttäuschung. Denn leider schrieben wir die ganze Woche nicht und ich kehrte schwer gefrustet mit einem Gefühl vergeudeter Leb
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„Geschichte des Aurach-, Fembach-, Seebach- und Zenngrundes“ - Geschichtsforschung des 19. Jahrhunderts neu aufgelegt

Ist das der Rangau? Alles begann mit dem Rangau. Oder besser: mit der Suche nach der Bedeutung des Wortes „Rangau“. Rangau: So hießen mit Vornamen Pils, Helles und Bock, die unsere Dorfbrauerei herstellte. Auf den Bierdeckeln und Abrechnungsblöcken, die das Brauhaus Wilhermsdorf verschenkte, stand „Rangau-Biere von besonderer Güte“. Als das Brauhaus Wilhermsdorf noch braute, zum Beispiel Pils Niemand konnte mir eine befriedigende Erklärung geben, was dieser Rangau sein sollte. Mein Vater wusste es nicht, obwohl er es behauptete („Na, so heißt unsere Gegend“). Warum sollte diese Gegend in Mittelfranken so heißen, wenn sie niemand bei diesem Namen nannte? Und dann kam das Internetzeitalter und ich tippte das Wort „Rangau“ in Google ein. Tatsächlich erhielt ich ganz viele Ergebnisse, jedoch mit der fast wortgleichen Erklärung: Die Bezeichnung „Rangau“ leitet sich von dem bei Bad Windsheim in die Aisch mündenden Bach Rannach ab (Rannachgau). ( Quelle Wikipedia ) Diese Au

Porträtfotografie: Wie ich Teil des Projekts „Sofort Bild Portrait“ wurde

Nun war ich recht begeistert von dem Kunstprojekt, das der Fotograf Oliver Blohm über mehrere Wochen in der Kommunalen Galerie Berlin vorantrieb. Bei der Eröffnung der Ausstellung hatte es leider nicht geklappt mit einem Porträt von mir (bei der Tombola für ein Foto zog ich wie üblich eine Niete), so fragte ich per Mail nach, ob ich bei dem Projekt mitmachen dürfte. Und siehe da: ich bekam eine total nette Einladung und am 7. Mai fotografierte mich Oliver Blohm für sein Polaroid-Projekt „Sofort Bild Portrait“. Es machte sehr viel Spaß und am Ende kam auch wirklich tolles Porträt aus der Kamera. Am 4. Juni war nun der Abschluss der Ausstellung – die Finissage musste leider ohne den Fotografen stattfinden. 4 Wochen liegen zwischen dem Porträt und diesem Foto in der Kommunalen Galerie Berlin. Das war etwas schade, weil die Besucherinnen und Besucher vom wieder vollkommen unvorbereitet wirkenden Kurator nur Allgemeinplätze über das Projekt erfuhren. Ich fand das recht enttäuschend

Faszination Porträtfotografie: Die Austellung als Prozess – „Sofort Bild Portrait“ in der Kommunalen Galerie Berlin

Wahrscheinlich ist das Abbild des menschlichen Gesichts eines der ältesten fotografischen Genres. In seiner digitalen Form könnte das Selbstporträt inzwischen den Eiffelturm als meistfotografiertes Motiv abgelöst haben. Denn dank Instagram und Whatsapp werden nach meiner Schätzung jede Sekunde 7,66765 x 10⁹ Duckfacebilder und Selfis in die digitalen Speicher dieser Welt hochgeladen. Dass Porträts trotz dieser Bilderinflation noch faszinieren, zeigt ein Projekt des Fotografen Oliver Blohm in der Kommunalen Galerie Berlin. Dafür braucht er nur zwei Dinge: Zeit und eine vor dem Aussterben gerettete Technik. Früher TM war das Sofortbild, als es noch Polaroid hieß, der Inbegriff der schnellen Fotografie. „Sofort“ ist natürlich ein relativer Begriff. Denn nach dem Belichten des Polaroidfilms dauerte es etliche Minuten bis das langsam sichtbar werdende Bild ausentwickelt war. Aber in einer Zeit, in der Negative noch mittels Chemie zeitaufwendig und mit viel Gestank und Flüssigkeit aus e

Video aus dem Bus der Hölle: Mit dem M29 von Kreuzberg zum Wittenbergplatz

Mit elegantem Schwung gleitet der M29 um den Moritzplatz. Man beachte, wie geschickt der Busfahrer die Zentrifugalkraft nutzt, um den MAN-Doppeldeckerbus mit maximaler Beschleunigung um den Kreisverkehr zu steuern. Sogar zu einer eigenen Facebook-Seite hat es die Berliner Buslinie M29 gebracht: M29 - Bus der Hölle wird er dort genannt. Das M in M29 steht übrigens für Metrolinie. Im Unterschied zu Bussen ohne M stehen die Metroliner in einer dichteren Taktfolge im Stau und sind noch vollgestopfter mit Berliner Bevölkerung und Touristen. Folglich ist damit auch der M29 gerne unpünktlich, fast immer überfüllt und manchmal wartet man auch vergeblich, wenn die Stadt wieder einmal halb Neukölln, Kreuzberg, Mitte und Schöneberg wegen Berlin-Marathon Berlin-Halbmarathon  Radrennen einer Demo/Protestaktion Baustelle Wasserrohrbruch Unfall Polizeieinsatz Rettungseinsatz Nix gesperrt hat. Die Busfahrer_innen müssen die wuchtigen Doppeldeckerbusse zudem über eine irre Distanz dur

Die Frühlingsfarben von Berlin

Diese Stadt ist eine echte Winterhölle. Grau, grau, grau. Doch sobald die Sonne wieder wärmt, kommen die Farben zurück. Bei jedem Spaziergang, jedem Weg zur und von der Arbeit entdecke ich die Buntheit von Berlin. Jeder Frühling bringt etwas Neues, zum Beispiel den knallgelben VW Bully auf dem kleinen Markt auf dem Herrmannplatz, die syrischen Konditoreien und Läden, die drölfzigmillionen Nusssorten und geröstete Sonnenblumenkerne verkaufen.  In einem umgebauten VW-Bully wird auf dem Hermannplatz Kaffee gebrüht. Persischer Knabberladen in Kreuzberg. Schneiderladen und Reinigung in Kreuzberg Ein Himmel in C64-Farbe. Wo der Flutgraben in den Landwehrkanal fließt, wirft die Sonne keine Schatten. Auch wenn ich meine Ricoh GR II sehr liebe, habe ich doch ab und zu auch noch die schon leicht marode Samsung EX1 dabei, so wie bei diesen Fotos. Irgendwie mag ich die leicht ausgefressene Optik und das luzide Himmelblau, wahrscheinlich weil es mich an den Sommerhimmel der

Unleserlich: Das Ebook und die PDF-Pest

Ich versuche gerade die Programmiersprache Python zu lernen und kaufte mir  dafür ein Buch aus einem bekannten Wissenschaftsverlag.  Der Verlag ist so nett und bietet zusätzlich zum Papierbuch kostenlos die Ebook-Variante an, die es gegen einen im Buch abgedruckten Promocode im Onlineshop zum Download gibt.  Dieses Angebot nahm ich gerne in Anspruch, denn ich habe einen Tolino-Reader, den ich für unterwegs in der Bahn oder im Bus oft mitnehme. Für Texte im EPUB- oder Text-Format ist er sehr gut geeignet, weniger gut gelöst ist allerdings die PDF-Darstellung. Wenn das PDF vom Layout nicht auf das Readerformat angepasst ist, wird das Lesen zur Qual. Das sollte sich jetzt rächen. Größenvergleich: Die gleiche Seite im Ebook und im Papierbuch. Was gedruckt gut funktioniert, ist im Ebook leider nur noch Augenpulver. Auf meinem Tolino öffnete sich nach dem Download des Python3-Buches leider das Print-PDF: Die Schrift winzigklein, die farbigen Auszeichnungen ein grauer Einheitsbrei. Was