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Natur frisst Stein und Stahl

Eine Wartungsgrube auf dem Südgelände

Es war einer dieser fast lichtlosen Tage im November, als wir den Naturpark Schöneberger Südgelände erkundeten. Nachdem der riesige Rangierbahnhof vor über einem halben Jahrhundert stillgelegt worden war, holte sich die Natur das Areal zurück. Das Ergebnis: 18 Hektar wuchernde Natur, dazwischen rostige Gleise, vermodernde Schwellen, bröckelnder Beton.

Wer unter depressiven Störungen leidet, sollte diesen Ort in den Wintermonaten meiden. Was im Sommer das Grün der Blätter mildert, wird in der Kahlheit des Novembers deutlich: die Natur kämpft hart, um sich den Boden zurückzuholen, der Jahrzehnte lang vom Bahnverkehr malträtiert und vergiftet wurde. Knorrig und krumm winden sich die Birken im Gleisbett mühsam nach oben, vielfach geborsten, zwieselig gewachsen oder schon wieder am Absterben, Von Misteln überwucherte Robinien krallen sich in die Schotterfelder. Soviel sich die Flora und Fauna auch schon zurückgeholt haben: Fremdkörper wie die mächtige Dampflok werden noch lange widerstehen, bevor sie verschwunden sind.

In dem Zwielicht des Wintertages schaltete ich meine Fujifilm Finepix S5600 auf ISO 800 und in den Schwarz-Weiß-Aufnahmemodus. Mittlerweile denke ich, es wäre besser gewesen in Farbe zu fotografieren und danach in SW zu wandeln. Die Grauwerte wären vielleicht besser geworden. Aber aufgenommen ist aufgenommen - und so gibt es das Südgelände nur in Fuji-Schwarzweiß.

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