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Posts

Es werden Posts vom Juli, 2011 angezeigt.

Wasserläufer

Berlin, Hermannplatz, ein Julitag des Jahres 2011, mittags: In der einen Hand hielt ich meinen Regenschirm, in der anderen eine Kamera. Ich war auf den Weg, um ein paar Filme zum Entwickeln abzugeben. Ja, Farbfilme vom Kettendrogisten, die Billig-Hausmarke. Einer war noch in der Kamera, der Bildzähler stand auf der 31. Drei Minuten später war der Film voll und ich konnte endlich ins Trockene. Übrigens fiel laut Deutschem Wetterdienst im Juli in Berlin und Brandenburg doppelt bis drei Mal so viel Regen wie normal. Dafür hatten wir endlich richtige Pfützen. Auch gut.



Pentax P30N, 50mm/f2, Farbnegativfilm ISO 200
Gescanntes Negativ

Wälder, Seen und Herr Wichmann von der CDU

Der Urlaub ist vorbei und er war schön. Nicht unbedingt wegen des Wetters.  Denn eine Woche Lychen in der Uckermark hieß diesmal auch dreieinhalb Tage brandenburgischer Landregen. Das bedeutete auch dreieinhalb Tage keine Fotos, denn bei Feuchtigkeit von oben fotografiert es sich nicht schön. Trübes Licht, grauer Himmel, moosige Füße und ständig Tropfen auf der Frontlinse. An dem allgegenwärtigen Gegreine über diesen Sommer, der angeblich keiner sein soll, möchte ich mich dennoch nicht beteiligen. Ich habe in den 80er-Jahren weitaus Schlimmeres erlebt – Juli und August ohne einen einzigen Freibad tauglichen Tag, Pulloverwetter an den Hundstagen, weil sich dieses läppische Azorenhoch nicht mal am Riemen reißen wollte und sich kampflos vom dominanten Islandtiefs (damals noch ohne Eigennamen) unterbuttern ließ. Aber ich schweife ab.

In den trockenen Momenten gab es eine Menge in dem Inselort zu entdecken.  Unter anderem stolperte ich gleich am zweiten Tag über den Helden aus Andreas D…

Handyfoto: Blow Up – Rästelhaftes aus der Insektenwelt

Jetzt ist es also wieder passiert. Als ich mit meinem Handy das Schild fotografierte, interessierte mich nur der abgebildete Spruch. Dann aber war etwas viel Interessanteres zu sehen, das ich beim Knipsen nicht bemerkt hatte. Ein bisschen ging es mir wie dem Fotografen in Michelangelo Antonionis Meisterwerk Blow Up, wenn auch nicht ganz so dramatisch.Als ich das Foto am großen Bildschirm ansah, entdeckte ich zwar keine mutmaßlichen Leichenteile, sondern nur einen dicken braunen Hintern und drei Beine, die gerade im Begriff sind, hinter dem Rahmen zu verschwinden. Doch was war das? Eine Riesenschabe (in Berlin unter freiem Himmel?), eine Grille, der gefräßige Plapperkäfer von Traal (Hilfe, wo ist mein Handtuch?) – Rätsel über Rätsel.Doch im Gegensatz zu Antonionis Helden hatte ich glücklicherweise ein zweites – ansonsten vollkommen verunglücktes – Bild geschossen, auf dem mehr zu sehen ist: Ein großer brauner Laufkäfer, kurz bevor er in Deckung geht. Falls hier Insektenkundige mitlesen…

Fotomarathon Berlin 2011: Mitgemacht, durchgehalten, angekommen

Es war hart, ja, das muss man so sagen. Ein Marathon ist eben ein Langstreckenunternehmen und kein Spaziergang. Obwohl ich mit einem Handicap geschlagen bin (Beinprothese), wollte ich unbedingt beim Fotomarathon teilnehmen. Die Idee - 24 Bilder in 12 Stunden in einer vorgegebenen Reihenfolge zu einen Überthema - fand ich faszinierend. Aber einen halben Tag unterwegs, zu Fuß und den "Öffentlichen", möglicherweise bei brüllender Hitze oder Dauerregen? Was ist, wenn mein Bein schlapp machen sollte? Klar stellte ich mir diese Fragen, aber niemand würde mich zwingen, bis zum Ende durchzuhalten. "Du kannst jederzeit aufhören", sagte ich mir. Außerdem durfte ich auf die tatkräftige Unterstützung der Liebsten zählen, die gleich Feuer und Flamme für das Unternehmen war.

So starteten wir am 18. Juni mit fast 400 MitfotografInnen am Universal-Gebäude an der Oberbaumbrücke, bekamen den Themenzettel mit den ersten acht Bildaufgaben und machten uns auf den Weg. Mit dabei: die P…