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Fotomarathon Berlin 2011: Mitgemacht, durchgehalten, angekommen

Es war hart, ja, das muss man so sagen. Ein Marathon ist eben ein Langstreckenunternehmen und kein Spaziergang. Obwohl ich mit einem Handicap geschlagen bin (Beinprothese), wollte ich unbedingt beim Fotomarathon teilnehmen. Die Idee - 24 Bilder in 12 Stunden in einer vorgegebenen Reihenfolge zu einen Überthema - fand ich faszinierend. Aber einen halben Tag unterwegs, zu Fuß und den "Öffentlichen", möglicherweise bei brüllender Hitze oder Dauerregen? Was ist, wenn mein Bein schlapp machen sollte? Klar stellte ich mir diese Fragen, aber niemand würde mich zwingen, bis zum Ende durchzuhalten. "Du kannst jederzeit aufhören", sagte ich mir. Außerdem durfte ich auf die tatkräftige Unterstützung der Liebsten zählen, die gleich Feuer und Flamme für das Unternehmen war.

So starteten wir am 18. Juni mit fast 400 MitfotografInnen am Universal-Gebäude an der Oberbaumbrücke, bekamen den Themenzettel mit den ersten acht Bildaufgaben und machten uns auf den Weg. Mit dabei: die Pentax K5 mit dem f2,8/17-50mm von Tamron. In der Tasche steckte noch das leichte Pentax f4-5,6/50-200mm.

Was es zum Oberthema "Musik liegt in der Luft" und den Einzelaufgaben zu sagen gibt, hat der Stylespion bereits auf den Punkt gebracht. Meine persönliche Zusammenfassung: Wir benötigten die komplette Zeit um alle Themen abzuarbeiten - um elf Uhr gingen wir los, Punkt 23 Uhr waren wir an der letzten Station und gaben genau 24 Fotos ab. In diesen zwölf Stunden sorgten vier(!) heftige Regengüsse für reichlich Zwangspausen, gegen 15.30 Uhr ließ uns bleierne Müdigkeit ans Aufgeben denken, Börek und Cappuccino holten uns aber wieder aus dem Tief. Einmal wurde mir von besoffenen russischen Punks Prügel angedroht, andere Passanten waren netter. An der zweiten Station um 19 Uhr musste ich mir eine riesige Blase verpflastern - doch bis auf dieses Zipperlein hielt das Bein durch. Am nächsten Tag hatte ich allerdings einen enormen Muskelkater im rechten Arm. Die Kamera wiegt mit dem Tamrom ein gutes Kilo 1250g - ein paar hundert Mal werde ich sie schon hoch gewuchtet haben.

Fazit: Eine Regenjacke gehört ins Gepäck, eine leichte Kamera ist absolut von Vorteil, Pausen zum Bilder sichten und löschen nutzen, am Besten dort nach Motiven suchen, wo man sich gut auskennt. Die Uhr im Blick behalten. Einfach Spaß haben und locker bleiben.

Hier meine 24 Bilder - fast exakt so, wie ich sie abgegeben habe. Das erste Bild musste übrigens in irgendeiner Form die Startnummer enthalten. Ein Klick auf das Foto öffnet eine größere Version.

1. Ich bin ich (Rosenstolz) 

2. Die Großstadtpflanze (Claire Waldoff) 

3. Wochenend und Sonnenschein (Comedian Harmonists)

4. Überall wird instandbesetzt (Chaotencombo)

5. Keine Schönheit ohne Gefahr (Einstürzende Neubauten)

6. Der Fernsehturm hat Ohren (Lexy & K-Paul)


7. Süßes Leben - Saures Leben (Wolf Biermann)


8. Wir trafen uns in einem Garten (2Raumwohnung)

9. Ich will Spass (Markus)

10. Chaos (Herbert Grönemeyer) 

11. Unsichtbar (Farin Urlaub) 

12. Monotonie (Ideal)

13. Tapetenwechsel (Hildegard Knef) 

14. Unbekanntes Wesen (Linie 1)

15. Punkhochzeit (Nina Hagen)

16. Immer da wo du bist bin ich nie (Element of Crime)

17. Die Ballade vom angenehmen Leben (Brecht/ Weill) 

18. Illusionen (Marlene Dietrich)

19. Ding (Seeed) 

20. Schwarz zu blau (Peter Fox) 

21. Irgendwie, irgendwo, irgendwann (Nena) 

22. Ein Sommernachtstraum (Felix Mendelssohn Bartholdy)

23. Zauberland (Rio Reiser) 

24. 25 Stunden am Tag (Die Ärzte)

Kommentare

  1. Sehr schön! Da haste Mal den Eindruck gewonnen, wie das so ist als Fotoknecht im Nachrichtenbetrieb. Nur mit dem Unterschied, dass da nicht immer Zeit für motivierende kulinarische Genüsse ist und wir uns in der Regel auch nicht den Ort selber raussuchen können.

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  2. Ja, ich bin froh, dass ich sowas als Hobby machen kann. Amateur heißt ja immer: etwas aus Liebe/Liebhaberei machen, nicht weil man es muss.

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  3. Danke für den Bericht! Jetzt habe ich verstanden, wie es läuft. Ganz schön anstrengend, in der Tat, aber auch spannend.

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