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Es werden Posts vom August, 2011 angezeigt.

Fotobuchhorror: Erstens dauert es länger…

Ich hatte für heute einen Plan. Schreib doch mal was über über die Software, mit der man Fotobücher gestaltet, dachte ich mir. Zu erzählen gäbe es genug. Zum Beispielüber kostenlose Layoutprogramme, die sich unerwartet schließen, nachdem ich in einem wahren Schaffensrausch 20 Seiten gestaltet hatte. Ohne leider ein einziges Mal abzuspeichern.  Warum hat dieser Müll eigentlich keine Funktion “Automatisch sichern”? über Kundenserver, die sich weigern, die Daten für das fertige Buch trotz korrekter Einstellungen per Upload entgegenzunehmen (“Passwort nicht erkannt”). über rudimentäre Gestaltungsfunktionen, die dich zwingen, alle Boxen auf jeder Seite nach Augenmaß mit der Maus zu positionieren, was vier Mal so lange dauert, als eben eine Zahl einzutippen. über Textboxen, für die leider weder Formatvorlagen noch Trennvorschläge existieren. über den Ärger, wenn man nach zwölf gestalteten Seiten feststellt, dass das Format 20 cm x 20 cm matt sich doch besser für das Projekt eignen würde – d…

Lesetipp: Das Wesen der Fotografie

Über Stephen Shore und seine Bilderwelten stolperte ich das erste Mal, als ich in unserer kleinen Fotogruppe das Foto einer öden Leipziger Landschaft zeigte. S. kratzte sich am Kopf. “Wenn dir so was gefällt, musst du dir Uncommon Places von Shore ansehen”, sagte er und gab es mir zum Durchblättern. Ein gutes Buch.

Weil ich mir aber Namen so furchtbar schlecht merken kann, hatte ich den Autor längst vergessen, als mir Monate später beim Stöbern in der Kunstbuchhandlung um die Ecke The Nature of Photographs in die Hände kam. Nach einmal Durchblättern, und das passiert mir selten, marschierte ich damit zur Kasse.

Das hochwertig gedruckte  und fadengeheftete Werk hat den Untertitel “A Primer”, in der deutschen Übersetzung wurde daraus Das Wesen der Fotografie - Ein Elementarbuch. Im Nachwort erfährt man, dass es aus dem Lehrmaterial für einen Kurs am Bard-College entstand.  Es vermittelt über die Bildanalyse ein elementares Verständnis für die Fotografie. Sanft aber bestimmt führt uns d…

Lieblingskneipe in Pola(d)roid

Wer von euch hat jemals eine Polaroid-Kamera in der Hand gehabt? Ich meine diese Sofortbildknipsen, die in verschiedenen Ausführungen für den Amateurbereich ab 60 Deutsche Mark zu haben waren. Die Kassette mit zehn Bildern kostete um die 20 Mark, eine Menge Geld dafür, dass diese Plastikbomber vor allem Ausschuss produzierten. Die Vignettierung war enorm, der Blitz produzierte einen grauenhaften Hotspot und die vielgelobten Polaroid-Farben fand ich immer etwas surreal. Bevor ich an den Filmen verarmte, beendete ich das Experiment und versuchte mich weiter mit Kleinbild und bisschen Mittelformat.Vor zwei oder drei Jahren endete die Polaroid-Ära, die Filmproduktion wurde eingestellt.  Schuld hatte die Digitalfotografie. Wenn etwas verschwindet (weil es kaum jemand mehr will und sich die Großproduktion deshalb nicht mehr lohnt), wird es gerne zum Kult erklärt und auf die verschiedensten Weisen wiederbelebt. So gibt es inzwischen ein legales Nachahmer-Produkt, das aber auch in Gold aufgew…

Lesetipp: Immer schön von den Meistern klauen

“Wie macht man eigentlich ein gutes Foto?” Eine interessante Frage, wenn man weiß, was “gut” tatsächlich meint.  Gefragt hat das nämlich ein Bekannter, der sich bestens mit den technischen Details der Fotografie – Belichtung,  Farbtreue, Kontrastumfang – auskennt. Seine Bilder sind farblich brillant, die Schärfe ist überragend, dafür sorgt auch seine Digitalkamera, gebaut in Deutschland und ausgestattet mit Kleinbildsensor und Spitzenoptik.  Und dennoch findet er offenbar seine Bilder nicht “gut”. Weshalb also saugt das eine Foto unseren Blick richtiggehend an, während wir ein anderes, vom Motiv durchaus ähnliches, achtlos beiseite legen? Obwohl es uns doch mit leuchtenden Farben und  scharf gezeichnet anstrahlt . Die “richtige” Frage wäre also gewesen: Warum empfinden wir ein Foto als gut – obwohl es möglicherweise sogar unscharf, unterbelichtet oder farbstichig ist?  Dem auf die Spur zu kommen, hilft nur eins: Viele gute Bilder ansehen und darüber reden – und/oder lesen, was kluge M…