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Fotobuchhorror: Erstens dauert es länger…

Ich hatte für heute einen Plan. Schreib doch mal was über über die Software, mit der man Fotobücher gestaltet, dachte ich mir.

Zu erzählen gäbe es genug. Zum Beispiel

  • über kostenlose Layoutprogramme, die sich unerwartet schließen, nachdem ich in einem wahren Schaffensrausch 20 Seiten gestaltet hatte. Ohne leider ein einziges Mal abzuspeichern.  Warum hat dieser Müll eigentlich keine Funktion “Automatisch sichern”?
  • über Kundenserver, die sich weigern, die Daten für das fertige Buch trotz korrekter Einstellungen per Upload entgegenzunehmen (“Passwort nicht erkannt”).
  • über rudimentäre Gestaltungsfunktionen, die dich zwingen, alle Boxen auf jeder Seite nach Augenmaß mit der Maus zu positionieren, was vier Mal so lange dauert, als eben eine Zahl einzutippen.
  • über Textboxen, für die leider weder Formatvorlagen noch Trennvorschläge existieren.
  • über den Ärger, wenn man nach zwölf gestalteten Seiten feststellt, dass das Format 20 cm x 20 cm matt sich doch besser für das Projekt eignen würde – das Programm aber nachträglich weder die eine noch die andere Einstellung ändern kann.

Aber das ist eine Geschichte, die ein andermal erzählt werden muss. Vielleicht mache ich das, wenn ich dieses Fotobuch voller fremder Bilder fertig habe, das mich hier langsam in den Wahnsinn treibt. Nicht der Macken der Layoutsoftware wegen, sondern weil die Knipsereien, die ich hier Stund’ um Stund’ herumpuzzle, so unglaublich öde sind und sich jeder gestalterischen Dramaturgie verweigern.  Ich sag nur: zwei verschiedene Formate (4:3 und 16:9), manche nochmal heftig beschnitten, von drei verschiedenen Fotografen mit einer fatalen Neigung zu Über- und Unterbelichtung (Ursache: falsches Motivprogramm).

Am liebsten würde ich den ganzen Mist jetzt zum Teufel jagen, aber ich habe einfach schon zu viel Zeit reingesteckt und bin zu weit, um jetzt noch aufzuhören. Demnächst mehr davon in diesem Programm.

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