Direkt zum Hauptbereich

Lieblingskneipe in Pola(d)roid

Treptower Klause Portätserie aus Poladroid-BildernWer von euch hat jemals eine Polaroid-Kamera in der Hand gehabt? Ich meine diese Sofortbildknipsen, die in verschiedenen Ausführungen für den Amateurbereich ab 60 Deutsche Mark zu haben waren. Die Kassette mit zehn Bildern kostete um die 20 Mark, eine Menge Geld dafür, dass diese Plastikbomber vor allem Ausschuss produzierten. Die Vignettierung war enorm, der Blitz produzierte einen grauenhaften Hotspot und die vielgelobten Polaroid-Farben fand ich immer etwas surreal. Bevor ich an den Filmen verarmte, beendete ich das Experiment und versuchte mich weiter mit Kleinbild und bisschen Mittelformat.

Vor zwei oder drei Jahren endete die Polaroid-Ära, die Filmproduktion wurde eingestellt.  Schuld hatte die Digitalfotografie. Wenn etwas verschwindet (weil es kaum jemand mehr will und sich die Großproduktion deshalb nicht mehr lohnt), wird es gerne zum Kult erklärt und auf die verschiedensten Weisen wiederbelebt. So gibt es inzwischen ein legales Nachahmer-Produkt, das aber auch in Gold aufgewogen wird. 

Wer gucken will, wie Polaroids auszusehen haben, kann das aber auch einfach und kostenlos mit dem Programm Poladroid testen.  Bis zu zehn JPEGs  werden gleichzeitig verarbeitet und wie  dazumal langsam am Bildschirm “entwickelt”. Das Ergebnis ist sowas von Pola sag ich euch. Quadratisch, farbstichig, fiese Vignettierung. Was im gegenwärtigen Retro-Universum soviel wie stylisch, künstlerisch und geheimnisvoll bedeutet. 

Hier also eine kleine Pola-Porträtserie über eines meiner  Berliner Lieblingsrestaurants: die Treptower Klause in der Karl-Kunger-Straße. Man beachte: sogar das Rippenmuster des Originals auf dem Rahmen wurde kopiert. Und damit es nicht gar zu geheimnisvoll wird, sind hier auch die Originalfotos zum angucken.

TreptowerKlause_einblick_q-pola

treptowerklause_bierkommt_q-pola

treptowerklause_rechnung_q-pola

TreptowerKlause_anderbar-pola

Die Originale

Treptower Klause Blick ins WarmeTreptower Klause Das Bier kommt

Treptower Klause Rechnung für Genuss

Treptower Klause An der Bar

Fotografiert mit Pentax K5 und FA 35mm/f2

Polaroidklones mit  Poladroid 0.9.6.r0 Beta für Windows und MacOS. Donationware

Kommentare

  1. Cooles Spielzeug - werd ich bei Gelegenheit auch mal ausprobieren.
    Bis dahin sende ich liebe Grüße aus LE und verleibe mit einem Lächeln ... Geli

    AntwortenLöschen
  2. Ja, ist ein tolles Ding. Da kommt man ohne den ganzen Fotoshop-Kram aus.

    AntwortenLöschen

Kommentar veröffentlichen

Beliebte Posts aus diesem Blog

Unleserlich: Das Ebook und die PDF-Pest

Ich versuche gerade die Programmiersprache Python zu lernen und kaufte mir  dafür ein Buch aus einem bekannten Wissenschaftsverlag.  Der Verlag ist so nett und bietet zusätzlich zum Papierbuch kostenlos die Ebook-Variante an, die es gegen einen im Buch abgedruckten Promocode im Onlineshop zum Download gibt. 
Dieses Angebot nahm ich gerne in Anspruch, denn ich habe einen Tolino-Reader, den ich für unterwegs in der Bahn oder im Bus oft mitnehme. Für Texte im EPUB- oder Text-Format ist er sehr gut geeignet, weniger gut gelöst ist allerdings die PDF-Darstellung. Wenn das PDF vom Layout nicht auf das Readerformat angepasst ist, wird das Lesen zur Qual. Das sollte sich jetzt rächen.

Auf meinem Tolino öffnete sich nach dem Download des Python3-Buches leider das Print-PDF: Die Schrift winzigklein, die farbigen Auszeichnungen ein grauer Einheitsbrei. Was in einem relativ großformatigen Buch gedruckt wunderbar funktioniert, das ist am Ebookreader nur noch Augenpulver. Wäre das Buch keine kostenl…

Gesehen & gekauft: Street Photography Now

Mit dem Fotografieren ist es wie mit Fußball, Schreiben, Singen, Tanzen oder einer anderen beliebigen schöpferischen Tätigkeit: Die Ergebnisse werden umso besser, je häufiger man/frau es tut. Oder altdeutsch ausgedrückt: Übung macht die MeisterIn.
Das gilt natürlich auch für die Straßenfotografie, dieses traditionsreiche Feld der Lichtbildnerei mit legendären Vertretern wie Henri Cartier-Bresson und Robert Frank. Doch wie nähert man sich dem Genre Street Photographie, wie fängt man an? Gehe ich einfach raus auf die Straße und schieße dort Leute mit dem Teleobjektiv ab, oder halte ich die Kamera wahllos in x-beliebige Szenen? Natürlich könnte man es machen, wie uns der Schweizer Thomas Leuthard in seinem eBook Collecting Souls rät:
Don’t study the work from the old masters, don’t go into exhibitions and don’t read about photography just go out and shoot in the streets. Nur nicht zu viel lesen und angucken vorher, einfach nur machen, meint er. Das ist natürlich Unsinn und das weiß verm…

Fotospielereien mit Cyanotypie

Letzthin machte mich ein SpOn-Artikel zu “ifon-Fotos im Blaudruck” auf die Cyanotypie aufmerksam.. Die Ergebnisse sahen interessant aus – allein durch die außergewöhnliche Struktur und Farbe. Natürlich funktioniert Cyanotypie auch ohne ifon. Man kann die Negativ-Vorlagen aus jedem beliebigen Digitalfoto erzeugen. Wer (noch) eine Dunkelkammer hat und gerne mit noch mehr Chemikalien panscht, kann auch aus jedem beliebigen Negativ tolle Vorlagen vergrößern.Die Verweise im SpOn-Artikel aber kann man ignorieren, im Internet sind umfangreiche und gute Anleitungen frei verfügbar. Nachdem ich wusste, was ich brauche, klickte ich mich erst Mal durch die Onlineshops verschiedener Chemikalien-Lieferanten auf der Suche nach Ammoniumeisen(III)-Citrat und Kaliumhexacyanoferrat(III), kurz Kaliumferricyanid oder Rotes Blutlaugensalz. Diese beiden Eisensalze sind der Ausgangsstoff für eine lichtempfindliche Lösung, mit der sich beliebige saugfähige Untergründe beschichten lassen. Unter UV-Licht wande…