Direkt zum Hauptbereich

Nebenbeifotos im Treptower Park, oder: Berlin ist Urlaub

Heute war eine Menge los in Berlin. Zum Beispiel der Karneval der Kulturen, dessen Besucher wie jedes Jahr vermutlich mit mindestens zwei Millionen Fotos tanzender, winkender und trommelnder Kostümierter nach Hause gingen. Da muss ich nicht auch noch fotografieren und mich zwischen hundertausenden drängelnden Menschen durchquetschen, dachte ich mir. Stattdessen gingen wir in den Treptower Park. Ich legte mich auf die Wiese am Hafen, trank Eistee und aß selbstgebackene Bagels. Irgendwann wurde es mir beim Flätzen auf der Decke ein bisschen fad und ich packte die EX1-Knipse aus. Hey, was man da alles sieht. Panther hinter Gittern und fliegende Mädchen zum Beispiel. Und über der ganzen Szenerie ein weißblauer, ich möchte fast sagen, bayerischer Frühsommerhimmel. Aber das darf man den Menschen in München nicht verraten, die würden das eh nicht glauben. Auch nicht, dass wir in Berlin mehr Seen und dafür weniger Regen haben. Wie sagte Deef aus München doch mal mit einem sehnsüchtigen Unterton, als wir eines Abends am Spreeufer speisten: “Ihr wohnt da, wo andere Urlaub machen.” Recht hat er.

Hausboot am Treptower HafenFeuchtes Wohnen am Treptower Hafen.

Fliegendes Mädchen (Seiltänzerin)Fliegende Frau.

Paar auf der Bank hinter Gittern blickt ins GründeRomantik hinter Gittern.

Steinpanther hinter GitternDer kann nicht raus

Auf der Wiese mit EbookDas E-Book, der Freund des Menschen.

Abend am Treptower Hafen: Menschen sitzen am der UferWenn am Hafen die Wurstbuden allmählich schließen.

Kommentare

  1. Ordentliches Gruenmaennchen-Grinsen hier:
    das mit dem Wetter darfst Du auch gar manchem Australier nicht (immer) sagen! ;-)

    Sag' mal, koennte ich Dich bitten, eine Tuete warmes Wetter nach Gummersbach zu schicken, bitte! Grund: ich/wir Blogfreunde haben dorten Eine von uns als 'Sam McGee' staendig friehren und ich kann ihr z.Zt. aufgrund von eigenem arg verregnetem Winter leider auch nicht mehr hilfreich zur Seite stehen mit entsprechenden Lieferungen. ;-)

    Danke vorab.
    Ausserdem hab' schon gemerkt, dass Du ziemlich Lieb-Kind bei uns bist.
    Bitte erklaer' Deiner Frau, sie soll nicht sauer auf uns sein und Dich doch per Blog ab und an mit uns teilen - Dank vorab auch an sie!

    Liebe Gruesse,
    Gerlinde

    Das Bild (+ Titel!) der 'fliegenden Frau' finde ich toll gelungen!!!
    Und ich halt Euch die Daumen fuer mehr schoenes Wetter, o.k. - solange Du bitte an regelmaessige Lieferungen nach Gummersbach denkst ! ;-)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Wenn ich den Sonnenschein in eine Flasche abgefüllt bekomme, schick ihn nach Gummersbach :) Das Wetter entschädigt übrigens für einen grimmigen Februar mit fiesem Frost.

      Grüße, Ralf

      Löschen
    2. Ach, gibt's bei Euch im Februar sonst unter normalen Umstaenden keinen Frost mehr?
      Im Sueden ist das ja naturgesetzmaessig 'erlaubt'/moeglich bis 'das glaubt man nicht, weil man schon Spaghetti-Traeger-Kleidchens traegt!'
      Allerdings hat's vor ca. einer Woche meinem Mann die Kinnlade des Morgens etwas heruntgergeklappt vor Verblueffung, als ihm sein Smart - kaum u/Maulwurfshuegel runter - die Schneeflocke anzeigte. Dies wurde denn auch des Abends vom Wetterbericht - im Nachhinein = 'weise' ;-) - meckernd als zuuu kalt fuer die Jahreszeit befunden.
      Dies wird hier dann immer ganz schnell als Wetter fuer 'double doona night' erklaert.
      Auch wenn ich dies nun schon etliche Jahre miterlebe, muss ich immer wieder lachen ueber die fast Entruestung, dass das Wetter sich 'erdreistet' .....

      Danke aber fuer Deine Hilfeleistung nach Gummersbach; die ist wirklich nett (sie ertraegt mich am stoischten von Allen Blogbesitzern; Rang Eins geht an meinen Mann ;-) ! )!
      Ausserdem habe ich kuerzlich auch auf einem anderen Blog deutlicher erfahren, dass Berlin wohl wirklich weit mehr als nur Beton und nur Stadt zu sein scheint. Schoen langsam steigt 'Das Ding' in meiner Bewunderung; frueher hatte es irgendwie gar kein 'richtiges Gesicht' fuer mich - zumindest kein huebsches!

      In diesem Sinne: geniesse Deine nette und huebsche Umgebung (plus oefter warmes Wetter'; bitte aber mit einigen von u/MMM-Maedels teilen) und liebe Gruesse noch dazu von hier,

      Gerlinde

      Löschen

Kommentar veröffentlichen

Beliebte Posts aus diesem Blog

Fotospielereien mit Cyanotypie

Letzthin machte mich ein SpOn-Artikel zu “ifon-Fotos im Blaudruck” auf die Cyanotypie aufmerksam.. Die Ergebnisse sahen interessant aus – allein durch die außergewöhnliche Struktur und Farbe. Natürlich funktioniert Cyanotypie auch ohne ifon. Man kann die Negativ-Vorlagen aus jedem beliebigen Digitalfoto erzeugen. Wer (noch) eine Dunkelkammer hat und gerne mit noch mehr Chemikalien panscht, kann auch aus jedem beliebigen Negativ tolle Vorlagen vergrößern.
Die Verweise im SpOn-Artikel aber kann man ignorieren, im Internet sind umfangreiche und gute Anleitungen frei verfügbar. Nachdem ich wusste, was ich brauche, klickte ich mich erst Mal durch die Onlineshops verschiedener Chemikalien-Lieferanten auf der Suche nach Ammoniumeisen(III)-Citrat und Kaliumhexacyanoferrat(III), kurz Kaliumferricyanid oder Rotes Blutlaugensalz. Diese beiden Eisensalze sind der Ausgangsstoff für eine lichtempfindliche Lösung, mit der sich beliebige saugfähige Untergründe beschichten lassen. Unter UV-Licht wand…

Heiße Liebe in Schwarz nach enttäuschter Beziehung

Es gab schon einige in meinem Leben. Kantige, Zickige, Schmiegsame, Unauffällige, Laute, Professionelle und welche mehr zum Spielen, denn zum ernsthaften Arbeiten. Ich rede hier von Fotoapparaten – und wer schon einmal ernsthaft über einen längeren Zeitraum fotografiert hat, wird mir womöglich zustimmen, dass sich zwischen dem Apparat und dem fotografierenden Menschen mit der Zeit eine gewisse (haptische) Beziehung aufbaut.

Mich hat es im vergangenen Sommer schwer erwischt. Brennende Leidenschaft, große Liebe, nach vielen müden Kompromissen. Inzwischen verstehe ich den Enthusiasmus der Leicafans. Es ist wohl diese Kombination aus Wertigkeit und Reduktion auf das Wesentliche: Eine Maschine zum Bilder festhalten, ohne Kompromisse und Schnickschnack, mit sündteuren, aber auch sehr guten Optiken. Doch bei mir ist es die Ricoh, die mich zum Fanboy machte.


Von der Samsung EX1 zur Ricoh GR II Müde von den Unzulänglichkeiten meiner Samsung EX1, machte ich mich auf die Suche nach Ersatz für d…

Karpfenreportage: Des Franken liebsten Fisch auf der Spur

Manche Fotomotive lassen mich einfach nicht los.

Der fränkische Spiegelkarpfen zum Beispiel fasziniert mich seit meiner Kindheit. Aufgewachsen in einer Gastwirtschaft, wurde ich als kleiner Junge jeden Herbst Zeuge eines wahrhaft gargantuischen Ereignisses – der "Fischpartie" im Gasthaus Bräustübl in einer kleinen fränkischen Marktgemeinde. 250 bis 300 Karpfen von je rund 1,5 kg Gewicht verkaufte meine Großmutter, die legendäre Grete Süß, in halben Portionen innerhalb von 4 Tagen an die hungrigen Gäste.



Ein goldgrüner Karpfen nach dem anderen wurde geschlachtet  Das Bild der Metzgers, der die lebenden Fische in dieser Zeit schlachtete und für die Küche vorbereitete, werde ich nie vergessen. Das stand dieser mächtige, fast zahnlose Mann mit weißer Schürze und blaugestreifer Arbeitskleidung in der Waschküche, die als Schlachthaus diente. Mit präzisen Handgriffen holte er einen goldgrün schimmernden Spiegelkarpfen nach dem anderen aus einer riesigen Zinkwanne, betäubte die zapp…