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Berlin ist Bewegung

Hochbahn mit herausfahrendem ZugStraßencafe mit Zeitungsleserin und BlumePaartanz mit MusikernAm KanalBerlin on Bike Radfahrer und Baustellen am SchlossplatzReichstag Berlin im Sommer Kreuzberg im Blick

Was macht eigentlich Berlin so faszinierend? Schön ist die Stadt nicht, noch immer gezeichnet von den Narben der Teilung, den verbauten Kriegslücken und ausufernden Verkehrsschneisen. Sauber ist sie nicht, durchorganisiert schon gar nicht und, oje, Kriminalität haben wir auch. Es ist die Bewegung und Beweglichkeit dieser Stadt, dieses Tempo, das du spürst, wohin du auch gehst. Das Leben ist hier auf der Straße zu finden, in den Parks, auf verkehrsumtosten Plätzen. In den S-Bahnen zwischen bettelnden Kindern und virtuos aufspielenden Musikanten. An den Currywurstbuden, wo die Touristen Schlange stehen, nachts vor den Clubs, aus denen Sonntagnachmittag die letzten Partygezeichneten taumeln und mit riesigen Pupillen in die Sonne starren, auf den mit Stühlen, Tischen und orientierungslosen Menschen vollgestellten Bürgersteigen rund um den Hackeschen Markt.

Auf Dauer hält das aber niemand aus – die vielen Menschen, die Enge, den Verkehr, die Hungrigen vor den Currywurstbuden. Doch glücklicherweise gibt es auch das entschleunigte Berlin. Notwendigerweise, möchte ich sagen. Denn wer sich pausenlos bewegt, klappt irgendwann zusammen. Auf den Flaniermeilen und Reiseführerrennstrecken ist dieses Berlin nicht zu finden: Aber oft genügt es, zweimal um die Ecke zu gehen, um sich in einer Art Dorf wiederzufinden – während 200 Meter weiter der Shoppingwahnsinn tobt. Auch das macht Berlin so faszinierend. Wahrscheinlich nicht nur für mich.

Fotos: Kleinbild ISO 200 und DSLR.

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