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Es werden Posts vom August, 2012 angezeigt.

Diane Arbus: Geheimnis eines Geheimnisses

Nun sitze ich hier vor meinem Notebook und versuche mich wenigstens an den Wortlaut eines der Zitate zu erinnern, die ich vor wenigen Stunden in der famosen Ausstellung zum Werk von Diane Arbus (1923–1971) im Martin-Gropius-Bau gelesen habe. Wozu hatte ich eigentlich mein Notizbuch in der Hand? Ich blättere nach (*blätter, blätter*). Nein, kein einziges Arbus-Zitat, nur ein paar Namen von Menschen auf den Fotos, die ich noch nachschlagen wollte.
Ok, ich mache es kurz: diese Ausstellung ist grandios. Die rund 200 Fotos – alles eher kleinformatige Abzüge in Schwarzweiß – ließen mich die Zeit vollkommen vergessen. Etwas verblüfft stellte ich später fest, dass ich drei Stunden durch die Bildersäle geschlappt war, die viele bisher unveröffentlichte Arbeiten zeigen. Ich zitiere den Text aus dem Ausstellungsflyer:
Ihre zeitgenössische Anthropologie – ihre Portraits von Paaren, Kindern, Jahrmarktartisten, Nudisten, Mittelklassefamilien, Transvestiten, Exzentrikern und  Prominenten – ist au…

Unterwegs: Sommer vorbei

Ab morgen beginnt für die Meteorologen der Herbst. Die letzten Tage hat sich der Sommer nochmal gewehrt mit Hitze und Sonnenschein. Aber nun ändern sich die Farben von Licht und Landschaft. Die Sonne scheint flacher und gelber; und der Himmel bekommt wieder dieses intensive klare Blau, das von Mitte Mai bis in den August unter einem milchigen Schleier verschwindet. Draußen auf den Feldern verschlucken die Erdtöne langsam die Sommerfarben und die Wälder versacken in müdem, staubigem Grün, bevor die Blätter sich nach den ersten kalten Nächten verfärben.

Rätselhaftes: Extemporale Zone

Repräsentation der Ewigkeit
In jedem Augenblick
Uchronie vor UtopieBauhaus-Archiv Berlin

Ein ganz normaler Dienstag

Hatte in Plänterwald zu tun. War in Spazierlaune und dachte, "Gehst du mal durch den Wald zur Fähre und fährste dann irgendwie wieder nach Hause." Fünf Stunden später war ich zurück.

Noch mehr Pferdesport: Polo in Berlin

Bei Polo dachte ich bisher eher an einen Kleinwagen von VW, als an ein Ballspiel hoch zu Ross. Seit vergangenen Sonntag hat sich das geändert. Polo ist mehr: das sind donnernde Hufe und der Duft von Pferdeäpfeln, wilde Jagden über den grünen Rasen, Kommandos auf spanisch und dicke Autos am Spielfeldrand.


Das alles sah, hörte und roch ich am letzten Sonntag auf dem Maifeld  am Berliner Olympiastadion. Ein weitbekannter Immobiliendealer hatte dort zu einem Poloturnier um die “Deutsche Polomeisterschaft High Goal” eingeladen. Der Eintritt war frei fürs gemeine Volk; wer wollte konnte das Spektakel aber auch für 190 Euro am Tag vom VIP-Bereich aus verfolgen.




Nach dem sehr interessanten Tag weiß ich jetzt, dass
der Ball irgendwie ins Tor muss ohne argentinische Leihspieler in Deutschland keine passable Mannschaft zustande käme die Teams die Namen ihrer Sponsoren tragen man/frau über ein gesichertes Einkommen im oberen Bereich verfügen sollte, um sich die Pferdchen zum Wechseln leisten …

Die Ketwurst-Lücke am Ostkreuz

Es hatte sich schon angedeutet, nun ist es passiert: der S-Bahnhof Ostkreuz ist Ketwurst-freie Zone. Wo bis letzte Woche nette Frauen unbestimmbaren Alters die DDR-Variante des Hot Dogs überreichten, fand ich heute nur noch eine leere Stelle. Der ketchup-rot gestreifte Stand von Rios Ketwurst am Bahnsteig neben Gleis 2 ist weg. Damit geht ein weiteres Ostrefugium vermutlich für immer verloren. In der neuen Bahnhofshalle der Ringbahn wird die Ketwurst vermutlich kein Asyl finden. Dort stellen bereits die ersten Fabrikbäcker und Kettenimbisse in den gläsernen Verkaufswürfeln ihre Backautomaten auf. Für Individualismus in Form von kleinen abgeschabten handlackierten Sperrholzbuden ist dort kein Platz mehr.



Ade, du dicke Wurst im Lochbrötchen. Wie werde ich den salzigen Geschmack der Bockwurst und die tröstende Schärfe deines Curryketchups vermissen, seinen Geruch, wenn beim Abbeißen die dicke Pampe lavagleich herausquoll und sich sich unkontrolliert über Hände, Hose und Hemd verteilte. B…

Ein Tag auf der Rennbahn

Trabrennbahn Mariendorf
Zoooom!
Traber ohne Sulky
Sie würde gerne mit mir auf die Trabrennbahn Mariendorf gehen, meinte die Liebste vor ein paar Wochen. Das kam recht überraschend. Denn noch im Frühjahr, als ich einen sonntäglichen Besuch in Hoppegarten vorschlug, erntete ich eher verhaltene Begeisterung.

Diesmal aber hatten die Berliner Verkehrsbetriebe ihre Dauerkartenabonnenten – und damit auch uns – zum Traberderby eingeladen. Da kann man/frau auf keinen Fall nein sagen und so war ich am heutigen Sonntag zum ersten Mal in meinem Leben beim Pferderennen. Das Wetter war natürlich wieder lausig, um dann nach Rennen Nummer sechs von 14 doch noch in Sommer umzuschlagen. Fast zu spät für uns, denn nach gut vier Stunden waren die Beine schwer und wir wollten nach Hause. 

Ich war ein schlechter Kunde. Denn statt meine Euronen am Wettschalter zu lassen, nutzte ich meinen ersten sportlichen Kontakt mit den Rössern für ein paar Fotoversuche. Ich konzentrierte mich auf die nervösen Vierbeiner,…