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Die Ketwurst-Lücke am Ostkreuz

Es hatte sich schon angedeutet, nun ist es passiert: der S-Bahnhof Ostkreuz ist Ketwurst-freie Zone. Wo bis letzte Woche nette Frauen unbestimmbaren Alters die DDR-Variante des Hot Dogs überreichten, fand ich heute nur noch eine leere Stelle. Der ketchup-rot gestreifte Stand von Rios Ketwurst am Bahnsteig neben Gleis 2 ist weg. Damit geht ein weiteres Ostrefugium vermutlich für immer verloren. In der neuen Bahnhofshalle der Ringbahn wird die Ketwurst vermutlich kein Asyl finden. Dort stellen bereits die ersten Fabrikbäcker und Kettenimbisse in den gläsernen Verkaufswürfeln ihre Backautomaten auf. Für Individualismus in Form von kleinen abgeschabten handlackierten Sperrholzbuden ist dort kein Platz mehr.

Ketwurst am Ostkreuz

Ade, du dicke Wurst im Lochbrötchen. Wie werde ich den salzigen Geschmack der Bockwurst und die tröstende Schärfe deines Curryketchups vermissen, seinen Geruch, wenn beim Abbeißen die dicke Pampe lavagleich herausquoll und sich sich unkontrolliert über Hände, Hose und Hemd verteilte. Bye, bye, mach’s gut. Wir hatten schöne Jahre miteinander. Ich vermisse dich schon jetzt.

UPDATE: Die Bude hieß wohl nicht Rios sondern RIDS (RinnInDeSchrippe) - ich sah da immer fälschlicherweise ein "O" statt eines "D". Nachprüfen können wir das mangels Stand leider nicht mehr. Danke für die Info

UPDATE 24.08: Es gibt doch  ein Bild vom RIDS-Stand: OrgaQueen von den Berliner Fressen sei gedankt!

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