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Aus meiner Archivkiste: Apfelbäume

Apfelbäume in Franken
Ein echtes Heimatfoto. Wiederentdeckt in einem Wust von alten Farbnegativen aus den späten 80er-Jahren. Damals war ich mit einer Canon AV-1 und einem nicht so guten Zoomobjektiv unterwegs. Über Licht, Filme und Brennweiten machte ich mir zu der Zeit noch keine Gedanken, sodass ich Ende November mit einem 200er-Negativfilm am späten Nachmittag loszog, um am Rande meines Heimatortes Landschaftsaufnahmen zu machen. Abblenden ging nicht mehr, wollte ich bei dem schlechten Licht aus der Hand wackelfreie Bilder machen. Ein Stativ hätte das Problem gelöst, auf die Idee kam ich damals aber nicht.

Am Ende hatte ich einen Film voller grobkörniger düsterer, detailarmer Fotos. Braun und dunkle Grüntöne dominierten, darüber ein Himmel in künstlichem C64-Blau. Nur ein einziges Foto von 36 gefiel mir. Eigentlich halte ich nichts davon, Farbfotos nachträglich in Schwarzweiß zu wandeln. Aber das Originalfoto ist sowieso von deprimierender Farbarmut und die Bäume sind nur als Silhouette zu sehen – also ließ ich diesmal die Farbe weg.

Ich bin mir übrigens nicht sicher, ob das Foto so nochmals möglich wäre. Denn inzwischen gibt es auch in dieser Gegend etliche Windräder und in der damals von der Flurbereinigung ausgeräumten Landschaft wachsen wieder ein paar Feldgehölze.

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