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Es werden Posts vom März, 2013 angezeigt.

12tel Blick: März in Westsibirien

Die Schlittensaison ist noch immer nicht vorbei, und auch zwei Tage nach dem kalendarischen Frühlingsanfang dominieren dicke Jacken und Mützen die Straße. Heute morgen meldete der Wetterdienst zehn Grad unter Null für Berlin; die Aufenthaltszeiten im Dixi-Klo dürften damit eher kurz ausfallen. Können die Dinger eigentlich einfrieren? Der Kirschbaum träumt noch vor sich hin, während seine japanischen Artgenossen das Land der aufgehenden Sonne zwölf Tage früher als gewöhnlich in den Blütenrausch versetzen, wie ich heute meiner Zeitung entnahm. Weitere interessante Märzbilder des Fotoprojekts “12tel Blick” findet Ihr bei Tabea -  wie ab jeden 20ten eines Monats. Und hier findet Ihr alle meine bisherigen 12tel Blicke versammelt.

Männer aus Berlin-Mitte

Das Gejammer über das Wetter ist groß dieser Tage. Ich schließe mich nicht aus und krame deshalb in alten Bildern auf der Suche nach Wärme. Vor zwei Jahren, es war der 22 März, tappste ich durch diese Stadt und traf zwei freundliche Herren, die geblendet in den lichten Frühlingstag blinzelten. Meiner Bitte nach einem Foto kamen sie gerne nach. Ich drückte ab, dankte und ging weiter. Sie blickten mir nicht nach.
Aus der Serie Minus neun Dioptrien

Frühling

... lässt sein blaues Band wieder flattern durch die Lüfte usw. usw.Zur Zeit alles leeres Gerede. Heute morgen, Treptower Park, zwei Tage vor Frühlingsanfang.

Großes Fragezeichen: Wo bist du?

Schwäne haben es schwer am Lietzensee. Kaum legen sie ein oder zwei Eierchen und holen sich eine kleine Stärkung von der Nesthockerei, schon kommt der Fuchs und schnappt sich die brutwarmen Leckerbissen. Vielleicht sind es auch böse Mitmenschen, die den Vögeln die Küken nicht gönnen oder einfach Lust auf riesige Spiegeleier haben. In ein paar Wochen geht die Brutsaison wieder los.
Aus der Serie Minus neun Dioptrien

Gelesen und besprochen: Die dritte industrielle Revolution

Auweh, was muss ich dieser Tage alles über unsere glorreiche Energiewende lesen. Der Herr Minister Altmaier lässt Billionenkosten für den Umstieg zusammen fantasieren, die Stromkonzerne nutzen das Nichthandeln unserer Regierung, um ordentlich an den Preisen zu drehen. Und von der Kanzlerin ist derzeit nichts zu hören in Sachen Energie. Dabei sollte sie doch die Führerschaft bei der Energiewende übernehmen. Absurd? So dichtete es der US-Amerikanische Berater und Think Tank-Inhaber Jeremy Rifkin im Herbst 2011 Jahren in seinem jüngsten Buch zur “Zukunft der Wirtschaft nach dem Atomzeitalter”. Im November 2011 schrieb ich darüber eine kleine Rezension, an die ich dieser Tage wieder denken musste, als ich so die Berichte zum Energiedurcheinander verfolgte.

Die Rezension erschien im November im Onlinedebattenmagazin Gegenblende, und da ich ein Fan von Recycling bin, veröffentliche ich sie einfach nochmal. Das Buch steht noch immer in meinem Regal und ist zu verschenken. Wer es haben möcht…

Aus meiner Archivkiste: Perspektivwechsel

In meiner Zeit als freier Schreiber im Landkreis Fürth war ich ständig auf der Suche nach Bildmotiven und kleinen Geschichten, die über die alltäglichen Chronistenberichte hinausgingen. Nun sind Landgemeinden nicht gerade Orte regelmäßiger Sensationen, ein Großeinsatz der Feuerwehr ist (glücklicherweise!) die seltene Ausnahme. 

Als ich vor einiger Zeit meine alten Negative archivierte und beschriftete, fiel mir wieder eine kleine Bilderserie in die Hand, die ich an einem Tag im Frühherbst 1992 oder ‘93 ohne Auftrag geknipst hatte. Ich war mit dem Auto Richtung Kirchfarrnbach unterwegs, als ich schon von Weitem den Autokran neben dem Turm der Kirche sah. Neugierig geworden hielt ich an und fragte nach ein paar Fotos den Kranführer spontan, ob ich mit dem Förder­korb zum Foto­graf­ieren hoch­fahren dürfte.

Der Dachdeckermeister hatte nichts dagegen und so schwebte ich bald darauf neben dem gotischen Turmhelm, wo der Meister damit beschäftigt war, eine ganze Reihe lockerer Dachziegel…

Heute bleibt die Küche kalt …

… denn ein früher recht bekannter Hähnchenbrater hat in der Herrmannstraße direkt am S-Bahnhof neu aufgemacht. Wer auch immer jetzt für die Zubereitung der Backhendl zuständig ist: sie oder er hat die karierten Tischdecken, die schummrigen Wirtsstuben und  Maggispender auf den Müllhaufen der Systemgastronomie befördert.Stattdessen kühle Fastfood-Atmosphäre im Neonlicht. Aber der gute Kartoffelsalat und die gebackenen Hühner werden auf echtem Porzellan mit Messer und Gabel serviert. Ein bisschen Nostalgie haben sich die Erben des Wienerwald-Gründers aber doch erlaubt, mit Hirschgehörn und dem unvergessenen (?) Werbespruch von der kalten Küche als ironischer Kontrapunkt zum keimfreien Kantinenambiente.

Unterwegs in Gelbrot

Die Berliner S-Bahn hat nicht den besten Leumund. Frostempfindlich und  mimosig bei Feuchtigkeit. Im Winter oftmals Schlafplatz streng riechender Zausel, die sogar zur Stoßzeit mühelos den halben Waggon kraft ihres Geruches frei räumen. Aber wenn sie fährt, ist sie unschlagbar. Vom Ostkreuz zum Westkreuz dauert es eine halbe(ergänzt!) Stunde – zu jeder Tageszeit,  die Stadtstrecke fährt mitten durch die Bauten der Museumsinsel, am Wochenende bringt sie einen zu jeder Nachtstunde wieder nach Hause.

Update: Die Ringbahn benötigt für die halbe Runde natürlich auch nur eine halbe Stunde.Unschlagbar übrigens: Mit dem Auto ist das höchstens morgens um vier Uhr zu schaffen.