Direkt zum Hauptbereich

Rot, rot, rot sind alle meine Koffer

Menschen mit roten Rollkoffern in der Torstraße

Berlin ist die Stadt der Rollkoffer. Besonders in Mitte und vor den einschlägigen Billig-Bettenburgen kann man zu jeder Jahreszeit herdenhafte Auftriebe rumpelnder Reisender beobachten. Schicksal eines touristischen Brennpunkts. Am heutigen ersten herrlichen Frühlingstag wollte ich nur diesen Durchgang an der Torstraße fotografieren, als ich auf einmal aus der Ferne leises Donnergrollen hörte. Es wurde schnell lauter und mit einem Mal schob sich ein Pulk beige-bejackter Damen in den Sucher und belebte die doch etwas dröge Szenerie. Gerne hätte ich gewusst, was sie sich Schönes in ihren roten Dutyfree-Tüten vom Flughafen mitgebracht hatten. Aber das wird wohl ihr Geheimnis bleiben.

Kommentare

  1. Hihi, zur richtigen Zeit am richtigen Ort, würde ich mal sagen. :-)
    Sieht wirklich lustig aus.

    Schöne Grüße
    Christina

    AntwortenLöschen
  2. Und sogar ohne Fotomontage! Alles wahr. Es gibt doch einen Fotokünstler, der kopiert z.B. alle Menschen in beigen Jacken, die ihm vor die Kamera gelaufen sind, in ein einzigen Bild hinein. Da fällt einem im ersten Moment gar nicht auf, dass es eine Montage ist. So sehr sind wir den Einheitslook gewöhnt.

    AntwortenLöschen
  3. Tolles Foto! Für mich machen's dann die beiden kleinen blauen Farbakzente, die sich auch noch in all das Rotbeigebraungrauschwarz hineingespielt haben ;-) (Ahja, hab auch 'nen roten Rollkoffer, bin aber nie in koffer(g)rollenden "Herden" anzutreffen ;-) Lieben Gruß Ghislana

    AntwortenLöschen
  4. Hallo Ralf, so sieht es also aus bei Dir ;). Ich schau mich gleich mal um hier, mal sehen was es so interessantes zu entdecken gibt. Schön gesehen mit den roten Koffern!

    Viele Grüße
    Easy(vom Bloggertreffen)

    AntwortenLöschen
  5. Auf so einen Gelegenheit warten andere tagelang!
    Herrlich und schon fast enen Tick zu harmonisch, aber echt, einen Rollkoffer in Grasgrün habe ich auch noch nie geshen.
    Dank fürs Festhalten.

    AntwortenLöschen
  6. sehr konsequent, sogar die tüten passend!

    mir ist aufgefallen, dass es diese diagonale in meinem alten blick auch gab. vielleicht eine schwäche von mir ;)

    liebe grüße . tabea

    AntwortenLöschen

Kommentar veröffentlichen

Beliebte Posts aus diesem Blog

Unleserlich: Das Ebook und die PDF-Pest

Ich versuche gerade die Programmiersprache Python zu lernen und kaufte mir  dafür ein Buch aus einem bekannten Wissenschaftsverlag.  Der Verlag ist so nett und bietet zusätzlich zum Papierbuch kostenlos die Ebook-Variante an, die es gegen einen im Buch abgedruckten Promocode im Onlineshop zum Download gibt. 
Dieses Angebot nahm ich gerne in Anspruch, denn ich habe einen Tolino-Reader, den ich für unterwegs in der Bahn oder im Bus oft mitnehme. Für Texte im EPUB- oder Text-Format ist er sehr gut geeignet, weniger gut gelöst ist allerdings die PDF-Darstellung. Wenn das PDF vom Layout nicht auf das Readerformat angepasst ist, wird das Lesen zur Qual. Das sollte sich jetzt rächen.

Auf meinem Tolino öffnete sich nach dem Download des Python3-Buches leider das Print-PDF: Die Schrift winzigklein, die farbigen Auszeichnungen ein grauer Einheitsbrei. Was in einem relativ großformatigen Buch gedruckt wunderbar funktioniert, das ist am Ebookreader nur noch Augenpulver. Wäre das Buch keine kostenl…

Karpfenreportage: Des Franken liebsten Fisch auf der Spur

Manche Fotomotive lassen mich einfach nicht los.

Der fränkische Spiegelkarpfen zum Beispiel fasziniert mich seit meiner Kindheit. Aufgewachsen in einer Gastwirtschaft, wurde ich als kleiner Junge jeden Herbst Zeuge eines wahrhaft gargantuischen Ereignisses – der "Fischpartie" im Gasthaus Bräustübl in einer kleinen fränkischen Marktgemeinde. 250 bis 300 Karpfen von je rund 1,5 kg Gewicht verkaufte meine Großmutter, die legendäre Grete Süß, in halben Portionen innerhalb von 4 Tagen an die hungrigen Gäste.



Ein goldgrüner Karpfen nach dem anderen wurde geschlachtet  Das Bild der Metzgers, der die lebenden Fische in dieser Zeit schlachtete und für die Küche vorbereitete, werde ich nie vergessen. Das stand dieser mächtige, fast zahnlose Mann mit weißer Schürze und blaugestreifer Arbeitskleidung in der Waschküche, die als Schlachthaus diente. Mit präzisen Handgriffen holte er einen goldgrün schimmernden Spiegelkarpfen nach dem anderen aus einer riesigen Zinkwanne, betäubte die zapp…

Video aus dem Bus der Hölle: Mit dem M29 von Kreuzberg zum Wittenbergplatz

Sogar zu einer eigenen Facebook-Seite hat es die Berliner Buslinie M29 gebracht: M29 - Bus der Hölle wird er dort genannt. Das M in M29 steht übrigens für Metrolinie. Im Unterschied zu Bussen ohne M stehen die Metroliner in einer dichteren Taktfolge im Stau und sind noch vollgestopfter mit Berliner Bevölkerung und Touristen.

Folglich ist damit auch der M29 gerne unpünktlich, fast immer überfüllt und manchmal wartet man auch vergeblich, wenn die Stadt wieder einmal halb Neukölln, Kreuzberg, Mitte und Schöneberg wegen
Berlin-MarathonBerlin-Halbmarathon  Radrenneneiner Demo/ProtestaktionBaustelleWasserrohrbruchUnfallPolizeieinsatzRettungseinsatzNix gesperrt hat. Die Busfahrer_innen müssen die wuchtigen Doppeldeckerbusse zudem über eine irre Distanz durch mehrere Stadtbezirke voller Staus und Dauerbaustellen, irrer Autofahrer, Falschparker und bisweilen selbstmörderisch kreuzender Radfahrer steuern. Dabei kommen sie durch anarchistisch anmutende Straßenabschnitte wie die Kreuzberger Orani…