Direkt zum Hauptbereich

Posts

Es werden Posts vom Juni, 2013 angezeigt.

12tel Blick: Halbzeit im Kiez

Zwei Tage habe ich mit meinem Bushäuschen um das sechste Foto gekämpft. Zweimal vor Ort, gewartet, geknipst, nicht zufrieden gewesen. Entweder ist das Junilicht irre hart, wenn es fast senkrecht auf die Fassaden fällt oder man hat enorme Kontraste zwischen heller Fassade im Abendlicht und dem Bushäuschen im Schatten. Die enormen Unterschiede zwischen Hell und Dunkel überfordern den Dynamikumfang meiner Kamera; ich sollte es doch mal mit Belichtungsreihen und HDR versuchen… Morgens ist es nicht übrigens nicht viel besser. Das Licht kommt nur aus der anderen Richtung, außerdem verstellt unter der Woche immer noch der Fuhrpark der Bauleute die Sicht auf das Zentrum meines Motivs. Einmal Auto reicht und so wartete ich am Abend auf den großartigen Schnappschuss. Weil er nicht kommen wollte, ist diesmal der Fortgang der Bauarbeiten das Spannendste. Und natürlich die typische Beschäftigung von jüngeren Berlin-Bewohnern und Besuchern auf den Weg durch die Straße: das gemeinsame Nuckeln an ein…

„Mein“ Dorf und ich: Ein paar klitzekleine Gedanken zu früher

Heimatfoto heißt dieses Blog und doch war dieses Wort „Heimat“ von mir immer als ironische Distanzierung gedacht. Denn der Begriff ist fürchterlich bedeutungsgeladen und nicht immer sind die Verknüpfungen damit positiv belegt. Es ist noch gar nicht so lange her, als es die Heimat meist nur im Doppel oder Tripel mit dem „Volk“ und dem „Vaterland“ gab. Schon dieses Wort „Vaterland“ aufzuschreiben kostet mich Überwindung. So ideologisch verbrannt ist für mich dieser Begriff, dass ich ihn im Grunde nur als Nazisprech empfinde.

Mit der Heimat ist es nicht ganz so schlimm. Man kann das Wort tatsächlich verwenden, ohne gleich die Bilder eines brüllenden kleinen Mannes mit Bärtchen und Seitenscheitel, marschierender Wehrmacht in Schwarzweißsequenzen und Fotos zerbombter Städte heraufzubeschwören.

Heimat, das kann süßlicher Kitsch sein, wie „Grün ist die Heide“, Trachtengruppen, der deutsche Wald, Fachwerk, Bierseligkeit. Oder einfach der Ort, an dem man lebt, verwurzelt ist und Freunde h…