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„Mein“ Dorf und ich: Ein paar klitzekleine Gedanken zu früher

Heimatfoto heißt dieses Blog und doch war dieses Wort „Heimat“ von mir immer als ironische Distanzierung gedacht. Denn der Begriff ist fürchterlich bedeutungsgeladen und nicht immer sind die Verknüpfungen damit positiv belegt. Es ist noch gar nicht so lange her, als es die Heimat meist nur im Doppel oder Tripel mit dem „Volk“ und dem „Vaterland“ gab. Schon dieses Wort „Vaterland“ aufzuschreiben kostet mich Überwindung. So ideologisch verbrannt ist für mich dieser Begriff, dass ich ihn im Grunde nur als Nazisprech empfinde.

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Die Hauptstraße meines Dorfes zieht sich von West nach Ost und wird ziemlich steil. 12 Prozent.
Mit der Heimat ist es nicht ganz so schlimm. Man kann das Wort tatsächlich verwenden, ohne gleich die Bilder eines brüllenden kleinen Mannes mit Bärtchen und Seitenscheitel, marschierender Wehrmacht in Schwarzweißsequenzen und Fotos zerbombter Städte heraufzubeschwören.

Heimat, das kann süßlicher Kitsch sein, wie „Grün ist die Heide“, Trachtengruppen, der deutsche Wald, Fachwerk, Bierseligkeit. Oder einfach der Ort, an dem man lebt, verwurzelt ist und Freunde hat – dort, wo man sich heimatlich und wohl fühlt.

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1000mal gesehen... Es fehlt: der fiese Collie von früher.
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Zweimal um die Ecke geradelt. Dort gab es Erdbeereis am Stiel für 50 Pfennig.
Damit bin ich beim Kern: dem Fühlen. Heimat ist in erster Linie für mich ein Gefühl, kein spezifischer Ort. Ich denke, eines der wichtigsten Attribute ist die Vertrautheit, die eine Sphäre zur Heimat macht. Es ist mehr, als nur sich auszukennen und ganz gern dort zu wohnen. Es ist ein Geruch, ein spezielles Essen, Menschen, die mit diesem Meta-Ort Heimat verbunden sind. Also Erlebnisse, Erfahrungen und Erinnerungen tief im Inneren, jenseits des Bewusstseins, die dort schlummern und unverhofft reaktiviert werden, wenn das passende Signal kommt. Als ich dieses Blog anlegte, textete ich in der Beschreibung:
“Wenn man aber zu den Menschen mit mehr als einem Wohnort über die Jahre gehört, dann sammeln sich schnell ein paar temporäre Heimaten an.“
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Der "Bulldog" war mal das Standardfahrzeug im Dorf.
Jetzt ist der alte Traktor meist nur noch Hobby.
Tatsächlich habe ich an einigen Orten gelebt, manche, wie mein geliebtes Leipzig, wurden mir zur Heimat und auf gewisse Weise sind sie das geblieben. Komme ich dorthin zurück, fühle ich mich sofort wieder daheim, heimatlich eben. Woanders bleibe ich wohl für immer ein Besucher. München ist schön, ich habe dort interessante Zeiten gehabt, nette Menschen kennengelernt. Aber noch nie verspürte ich bei meinen Reisen etwas wie Zugehörigkeit, der Drang zu bleiben geht mir bei jeden Besuch an der Isar vollkommen ab.

Ganz eigenartig ist es jedoch mit dem Dorf, aus dem ich stamme. Dem Heimatdorf. Eine Marktgemeinde in Mittelfranken, nicht groß, nicht klein. Vor fast 20 Jahren ging ich von dort weg und es gab Jahre, in denen ich kein einziges Mal den Ort besuchte. Doch ich habe nie den Drang verloren immer wieder zurückzukommen, denn es ist jedes Mal noch so etwas wie eine Heimkehr. Auch wenn es mit Zuhause von früher nicht mehr so viel zu tun hat.
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Wenn die Sonne intensiv auf das Holz alter Scheunentore scheint, beginnt es zu duften.
Ich habe ziemlich viel darüber nachgedacht, was an diesem Dorf und seiner Umgebung für mich die Heimat ausmacht – und ich kann es wohl nur sagen: Die Erinnerung an früher, an Zeiten, die vielleicht nicht immer glücklicher, aber sehr prägend waren. Und diese Erinnerungen sind mit dem Dorf verbunden und mit seinen Bewohnern. Mit seinen Häusern, Läden, den Metzgern, Bäckern und Gaststätten, von denen einige inzwischen verschwunden oder verwaist sind, die sich verändert haben.
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Kissen auf die Fensterbank: Der Blick nach gegenüber.
Ich habe mein Dort als einen sehr lebendigen Ort in Erinnerung, die Bewohner waren auf den Straßen unterwegs, man traf sich in den Wirtshäusern. Wir spielten vor dem Haus Fußball und fuhren mit den Fahrrädern in die kleineren Nachbarorte, über weite Hochebenen mit kleinen Kiefern-Wäldchen und den gewaltigen Hochspannungsleitungen des Fränkischen Überlandwerkes.
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Über die Frankenhöhe pfeift meist ein  frischer Wind.
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Kein Text. Was soll ich auch schreiben: war mal meine Joggingstrecke.
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Im Herbst stehen Karpfen, Reh und Hase auf den Speisekarten.
Wenn ich jetzt zu Besuch komme, sind die Straßen vor unserem Haus leer. Niemand spielt dort Fußball und lässt den Ball gegen die Garagentore knallen; es scheint auch keine Kinder mehr zu geben, die mit ihren Fahrrädern im Pulk durch die Gegend flitzen.Von den alten Bäckern ist keiner mehr übrig, einen der Metzger von früher gibt es noch. Und von den wenigen Menschen auf den Straßen kenne ich viele nicht mehr – oder wir erkennen uns einfach nicht mehr. Denn das ist wohl die Wahrheit: Wir haben uns beide sehr verändert, das Heimatdorf und ich
.
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Manches ändert sich nie. Nicht mal in 40 Jahren.

Update 15.08.2013

Katja Wenk hat am 4. August zu einer Blogparade aufgerufen. Thema: “Was ist Eure Heimat?”. Ich finde das eine schöne Idee und eine Menge Leute haben mitgemacht und Spannendes über ihre “Heimaten” geschrieben – teilweise sehr berührend.
Die Liste findet Ihr hier: http://www.katjawenk.de/2013/08/blogparade-was-ist-eure-heimat/

Kommentare

  1. Wir haben hier einen guten Schlittenhang, ein unbewirtschafteter Teil eines Weinberges. Dort traf sich beim besten Schlittenwetter das halbe Dorf, die Überlegung einen Bratwurt- und Glühweinstand aufzubauen kam schon auf...
    Im Heimatdorf meines Mannes: der traditionelle Schlittenberg, bei bestem Schlittenwetter am selben Wochentag, total verwaist.
    Es gibt in diesem Dorf sogar zwei Kindergärten.
    Ist das Leben wirklich weggezogen oder nur der Schlittenberg und die Fußballstraße?
    Viele Grüße
    Julia

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    1. Ich weiß es nicht. Etliche "Jüngere" (also meine Generation) sind die Nachbarorte gezogen, haben dort Häuser gebaut. Wahrscheinlich sind dort jetzt die belebten Schlitteberge und Fußballstraßen.

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  2. Schön deinen Gedanken und Bildern zu folgen... Wir sind viel umgezogen..., wenn ich in die Nähe alter Orte komme, fahre ich in die Straßen, in denen wir wohnten, immer tauchen dann Erinnerungen auf, die vorher verschüttet, verdrängt, vergessen waren... Bleibt ein Leben lang spannend, die Beziehung zu den Lebensorten und ihren Menschen. Zz. bin ich auf der Suche nach der Heimat meiner verstorbenen Eltern. Ich habe den Ort als kleines Kind nur zwei dreimal gesehen, und doch ist da das Bedürfnis noch einmal einzutauchen, nachzuspüren, sich einzufühlen...
    Kennst du das hier?: http://heimatzine.blogspot.de/
    Ach ja, und deine "unbenannte" Joggingstrecke: Schau doch mal diesen Baum, direkt auf der Horizontlinie, wie er seine volle Krone schüttelt. Lieben Gruß Ghislana

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    1. Danke für den Link zur Seite heimatzine.blogspot.de. Sehr spannend.

      :) Der Baum auf der Horizontlinie war der Grund für das Foto. Schön, dass er dir gefällt.

      Ralf

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  3. Die Fassadenbilder gefallen mir besonders.
    Für mich ist Heimat immer nur der Ort, an dem ich die ersten 20 Jahre meine Lebens verbracht habe. Alles danach wird mir niemals so eine Heimat sein, und das wundert mich. Und wie schade, dass mein Kind dieses Heimatgefühl zu Nebelhörnern und norddeutschen Wolkenfomationen niemals haben wird, dafür ein anderes für einen anderen Ort, der sich zufällig bzw. beruflich und nicht durch Familientradition ergeben hat.

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  4. Fast ein bisschen traurig die vielen geschlossenen (Roll- und Fenster-) Läden. Da wirkt das schöne Bild mit dem Hochstand schon fast aufmunternd und einladend, hochklettern, sitzen und runterschauen.
    viele Grüße
    Elke

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  5. Zufall: Ich bin derzeit so am Notizen machen für meine Erzählung, da sind auch ein paar Stichworte zu "Heimat", weit bin ich aber noch nicht gekommen. Da kommt Dein Text greade Recht für neuen Input.
    Witzig: Das Bild, bei dem im Hintergrund dieses 60er Draht-Reh-Drings an der Häuserwand ist. Neulich erst hab ich gedacht: Ich find die so cool retro, wer hat die eigentlich alle mal von den Wänden gekratzt?
    Mir gefällt das "Fritz Fromm" Foto besonders - und natürlich das letzte.
    LG /inka

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  6. Ja, so ist das mit den Orten unserer Jugend, man kehrt dorthin zurück, das Leben hat sich verändert und man wird wehmütig, wenn man an die alten Zeiten denkt. Ach, früher...

    Ich kenne so eine Heimat nicht, an die man immer wieder zurückkommt, weil die Eltern, die Großeltern und die halbe Verwandtschaft noch dort wohnt. Leider!. Dazu sind wir zu oft umgezogen. An die Orte meiner Kindheit zieht mich nichts mehr, weil dort niemand mehr ist, den ich kenne. Die Familie ist weitergezogen. Ich stelle mir das ganz anders vor, wenn man irgendwo immer noch eine Basis hat, in Form von Familie.

    Ja, und nun sind wir nach 15 Jahren Stadtleben in Nürnberg in die für mich gefühlte Pampa gezogen, höchstwahrscheinlich in einer Lebensphase nicht viel später als du dem Dorf den Rücken gekehrt hast. Wir wollten Luft und Wiesen und Felder und Kinder und einen Hund und eine Katze. Und dafür ist das hier der perfekte Ort. Das ist nun 14 Jahre her. Und es ist der perfekte Ort für Luft und Wiesen und Felder und vor allem für Kinder ist es ein Paradies. Und das meine ich ganz ehrlich, das wollte ich so für meine Kinder haben. Lager bauen im Grundstück vom ehemaligen Bürgermeister, Schlittenfahren im Teufelgraben, Schlittschuhfahren auf dem Sauweiher, bei der kleinen Kirchweih in Altkatterbach Ortsmadli sein, vor dem unsäglichen Burgmichlingsweg hoch zu Schule beim "Freund" noch Verpflegung kaufen....etc. Es gibt noch ganz viele Ecken, wo hier noch immer ganz viel Leben ist, der Altort ist es wohl nicht mehr? Aber ich kenn es ja gar nicht anders.

    Ich frage mich schon seit gestern, warum ich geschrieben habe, dass ich mich hier trotzallem nicht richtig heimisch fühle. An den Menschen kann es nicht liegen, wir sind hier sehr herzlich aufgenommen worden. Während des Hausbaus, im Kindergarten, in schrecklich alten Schule, eigentlich immer haben uns die Leute geholfen und unterstützt, waren freundlich und interessiert. Die Neugier (ohne das negativ zu meinen), die Tatsache, dass jeder von jedem alles weiß und wissen will, daran mußte ich mich gewöhnen. Das war eigentümlich.
    Ich kann mich noch erinnern, dass wir keine Woche nach dem Einzug in unserem Haus, kurz nach Weihnachten wegen eines Wassereinbruchs in unserem Keller, die gesamte freiwillige Feuerwehr von ihrer Neujahrsfeier in vollem Ornat weggeholt hatten, inklusive Komandant Enßner. Und dann haben sich alle, während das Wasser in unseren Keller lief noch ordentlich die Füsse am Hauseingang abgestreift. Das war natürlich das Dorfgespräch!
    Für mich naiver Städter eine seltsame Vorstellung.
    Und als vor drei Jahren an der Ortseinfahrt ein tödlicher Unfall passiert ist, und man wußte, dass ein Neubürger ums Leben gekommen ist, da hat bei uns das Telefon oft geklingelt:" Alles gut bei euch, wir haben was gehört....." Das war sehr schön.

    Nichtsdestotrotz sind die Menschen hier sehr mit ihren Familien verbunden, zu Kirchweihen und Festen kommt man dann im "Rudel", mit der gesamten Sippschaft, was ja auch schön ist. Aber dann feiert man unter sich, gerne getrennt nach Männlein und Weiblein. Dann sind wir raus, dann sitzen wir allein und dann weiß ich, nein da gehörst du nicht dazu.

    Aber das ist dann wohl ganz normal. Die Mädels, die sind hier zuhause, das sind echte Wilmerschdorfer Madli.

    Ja, ich denke, dein Ort hat sich schon verändert. Aber, "passt scho!"

    Und nun denke ich, ist das doch eine wenig zu persönlich geworden, um es zu veröffentlichen? Ich überlasse die Entscheidung dir, für mich ist es ok.

    Liebe Grüße Ute

    Gruß Ute

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    1. Liebe Ute,

      vielen Dank für diesen Kommentar, der tatsächlich auch eine Liebeserklärung an den Ort ist. Das tut gut, dass du schreibst: Ich lebe gerne dort.

      Das Dorf hat sich in den vergangenen 25 Jahren auf der einen Seite sehr verändert, Viel Altes ist verschwunden, Neues dazugekommen und die Lebensräume haben sich verschoben. Aus dem doch teilweise recht engen "Altort" unten im Tal (für mich ist das noch immer das eigentliche Dorf) in die luftigen Erweiterungen am Talrand und auf den "Bergen". Ich verstehe das: dort haben alle Häuser Gärten, es hat, wie du sagst, Luft, Wiesen, Felder. Ein Paradies für Kinder - das ist doch das schönste, was über einen Ort gesagt werden kann. Als ich klein war, fühlte es sich genauso an. Es war ein Paradies für uns Kinder, mit dem Bachgrund am Haus, Wiesen, Wald und viel Platz. Ich weiß, was du meinst.

      Und ich finde es wunderbar, dass du dich wohl fühlst und gut aufnommen wurdest.

      Über einen Punkt habe ich besonders nachgedacht: "Ich frage mich schon seit gestern, warum ich geschrieben habe, dass ich mich hier trotzallem nicht richtig heimisch fühle."
      Ich glaube, das ist das Schicksal aller ZuwanderInnen :) Sie werden fast immer die Zugereisten sein, so gut man sich auch kennt und so viel man auch zusammen macht. Ich habe 13 Jahre in Leipzig gelebt, da war das ähnlich. Aber in kleinen Gemeinschaften, gerade in einem Dorf, das in so kurzer Zeit so stark gewachsen ist, ist das vermutlich einfach spürbarer, weil die Menschen hier doch präsenter sind, man sich besser kennt, als in einer großen Stadt.

      Übrigens: die Burgmilchlingstraße hoch zum Lohnersbuck und den umgekehrten Weg bin ich auch so viele Male gegangen. Es ist hart, aber man gewöhnt sich daran ;)

      Ich danke dir für deinen persönlichen und so schönen Kommentar.

      Herzliche Grüße aus Berlin,
      Ralf

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