Direkt zum Hauptbereich

12tel Blick im Juli: Mitternachtsbild in heißen Zeiten

12tel Blick Juli 2013Hier wurde ja schon des Öfteren kritisch kommentiert, auf der Baustelle täte sich nichts. So kann man das nicht sagen, die Bauarbeiter waren in diesem Jahr schon recht fleißig: die Fassade wurde größtenteils gedämmt, die Fenster eingesetzt und dann ging es an den Innenausbau. Seit zwei Wochen aber scheint die ganze Bagage im Sommerurlaub zu sein, denn es tut sich einfach nichts in diesen hitzedurchglühten Tagen. Dafür versperren tagsüber wieder nervige Lieferwagen den Blick auf das Bushäuschen.

Ach ja, die Hitze. Gestern morgen erwachte ich kurz vor fünf Uhr und war kurz davor, das Foto in der morgendlichen Kühle zu schießen. Aber es ging nicht. Mein tonnenschwerer Körper weigerte sich, das Bett zu verlassen und in den Fotomodus zu wechseln. Tagsüber hatte es furchterregende 34 Grad Celsius, das Sommerlicht war grell und hart. Also wartete ich bis in die Nacht, auch in der Hoffnung einen anderen Blick auf “mein” Bushäuschen zu bekommen. Damit durchbreche ich gewissermaßen Tabeas 12tel Blick-Konzept – denn alltäglich ist die späte Stunde nicht. Aber die Nacht hat eben auch ihre faszinierenden Aspekte. Und einer Stadt, in der selbst Nebenlinien wie der Bus 194 bis nach Mitternacht im 20-Minutentakt fahren, hört der Tag nun mal nicht mit der Tagesschau auf.

Viele sonnengesättigte Fotos zeigt die Juliausgabe des 12tel Blicks. Meine Bilder zum Projekt findet Ihr wie immer unter dem Tag “12tel Blick”.

Kommentare

  1. Wow, ein Nachtblick mit mysteriösem blauem Licht im Fenster ... und das neue Haus hat Balkone bekommen. Heiß ist es hier auch, vor allen Dingen für unsere beiden Mitbewohner, die ihren Pelzmantel einfach nicht ausziehen können ... solidarisch schwitzende Grüße Aqually

    AntwortenLöschen
  2. Super, mal was anderes. Baustelle bei Nacht hat man ja auch nicht jeden Tag. Das blaue Licht im ersten Stock ist mir auch gleich ins Auge gefallen. Und der blaugekleidete Fotograf in der Spiegelung gegenüber. Mein Lieblingsdetail dieses Mal! ;o)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Da hätte ich mal kein blaukariertes Hemd tragen sollen ;-)

      Löschen
  3. So ein Haus baut sich nicht über Nacht - aber ob es wohl dieses Jahr noch fertig wird?
    Oben rechts wird ferngesehen, neben dir sitzt ein Paar und wartet auf den nächsten Bus. Dieses Bild zeigt mal einen ruhigeren Moment, ein schöner Kontrast zu den vorherigen Aufnahmen.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Eine gute Frage. Ich glaube noch immer, dass im Oktober die ersten einziehen werden. Ja, ich mag die Nacht, wenn es hier so still wird in der Straße.

      Löschen
  4. Schön, mal diese "nächtliche" Seite des 12tel Blicks! Und die Dixis sind weg! Es bleibt spannend, auch bei dir ;-) Lieben Gruß Ghislana

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Die Dixis sind sogar noch da, aber hinter das Bushäuschen gewandert. Wegen der Spiegelung sind sie aber unsichtbar.

      Löschen
  5. schön, da leuchtet der fotograf mit auf ;) und trotz hitze, im langem hemd!

    liebe grüße . tabea

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Die Ärmel hatte ich schon hochgekrempelt ;-)

      Löschen
  6. Spiegelt sich da der Fotograf in der Scheibe?
    Tolles Bild! :D
    LG, Gerdi

    AntwortenLöschen

Kommentar veröffentlichen

Beliebte Posts aus diesem Blog

Gesehen & gekauft: Street Photography Now

Mit dem Fotografieren ist es wie mit Fußball, Schreiben, Singen, Tanzen oder einer anderen beliebigen schöpferischen Tätigkeit: Die Ergebnisse werden umso besser, je häufiger man/frau es tut. Oder altdeutsch ausgedrückt: Übung macht die MeisterIn.
Das gilt natürlich auch für die Straßenfotografie, dieses traditionsreiche Feld der Lichtbildnerei mit legendären Vertretern wie Henri Cartier-Bresson und Robert Frank. Doch wie nähert man sich dem Genre Street Photographie, wie fängt man an? Gehe ich einfach raus auf die Straße und schieße dort Leute mit dem Teleobjektiv ab, oder halte ich die Kamera wahllos in x-beliebige Szenen? Natürlich könnte man es machen, wie uns der Schweizer Thomas Leuthard in seinem eBook Collecting Souls rät:
Don’t study the work from the old masters, don’t go into exhibitions and don’t read about photography just go out and shoot in the streets. Nur nicht zu viel lesen und angucken vorher, einfach nur machen, meint er. Das ist natürlich Unsinn und das weiß verm…

Unleserlich: Das Ebook und die PDF-Pest

Ich versuche gerade die Programmiersprache Python zu lernen und kaufte mir  dafür ein Buch aus einem bekannten Wissenschaftsverlag.  Der Verlag ist so nett und bietet zusätzlich zum Papierbuch kostenlos die Ebook-Variante an, die es gegen einen im Buch abgedruckten Promocode im Onlineshop zum Download gibt. 
Dieses Angebot nahm ich gerne in Anspruch, denn ich habe einen Tolino-Reader, den ich für unterwegs in der Bahn oder im Bus oft mitnehme. Für Texte im EPUB- oder Text-Format ist er sehr gut geeignet, weniger gut gelöst ist allerdings die PDF-Darstellung. Wenn das PDF vom Layout nicht auf das Readerformat angepasst ist, wird das Lesen zur Qual. Das sollte sich jetzt rächen.

Auf meinem Tolino öffnete sich nach dem Download des Python3-Buches leider das Print-PDF: Die Schrift winzigklein, die farbigen Auszeichnungen ein grauer Einheitsbrei. Was in einem relativ großformatigen Buch gedruckt wunderbar funktioniert, das ist am Ebookreader nur noch Augenpulver. Wäre das Buch keine kostenl…

NaPoBloMo Folge 17-20: Ein Ausflug nach Leipzig. Oder nach „Hypezig“?

Es waren dreizehn Jahre, die ich in Leipzig gelebt habe. Es war eine wunderbare Zeit, vor allem am Anfang, 1994, bis in die frühen Nullerjahre. Eine Stadt, in der so viel passierte, obwohl oder gerade weil sie so kaputt war.

Dann, fast unmerklich passierte es, schien die Luft raus diesem wilden Pleiße-Ort, Müdigkeit schlich sich ein. Vielleicht lag es auch daran, dass mein Studium vorbei war, fast alle lieben, coolen, spannenden, anregenden Menschen, die Leipzig während unseres Studiums mit zu diesem prickelnden Ort gemacht hatten, weg waren. Das Studium beendet, in die Welt aufgebrochen, um zu arbeiten, weiter zu studieren, zu verschwinden, irgendwo zu heiraten und Kinder zu kriegen, in Dresden zu stranden, was auch immer. Dann ging ich auch fort, um aber etwa einmal im Jahr aus Beingründen vorbeizuschauen und so konnte ich dem alten Leipzig zusehen, wie es sich herausputzte, im Zeitraffer quasi.


Manche Sachen bekommt man aber doch nicht mit. So hörte ich vergangenes Jahr, es hieße…