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12tel Blick im Dezember: Das Finale

Hallohallohallo, bin wieder da. Nach vier Wochen Landverschickung mit Blick auf den Wendelstein hat mich Berlin erneut gnädig aufgenommen. Mein Netbook war mit nach Oberbayern gereist, meine kleine Samsung-Knipse hatte ich auch im Gepäck und tatsächlich machte ich auch ein paar Bilder: Ein bisschen Moor, ein bisschen Gamsbraten mit Knödeln, ein bisschen Kurarchitektur aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Nichts Weltbewegendes. Daran, ans Alltägliche, schließe ich mit diesem 12tel Blick an, der wie immer “mein” vollkommen unspektakuläres Bushäuschen der Linie 194 in Berlin-Treptow zeigt. Heute, am ersten Nachweihnachtstag, schauen wir gemeinsam und zum ersten und letzten Mal mit einer Unbekannten über die Straße..

12tel Blick Dezember Berlin

Es hat sich in einem Jahr ordentlich was getan in diesem kleinen Ausschnitt der Welt. Wo im Januar noch Absperrgitter, Schutt und Rohbau die Szene beherrschten, ist heute ein aufgeräumtes Stück Straße zu sehen. Ganz unberlinerisch sauber und unbeschädigt. Krönender Abschluss: Auch der Lottoladen zog rechtzeitig zum Ende der Serie in den Neubau ein. Ende? Ja, Ende. Dieser Blick ist mein letzter, jetzt ist es auch gut mit dem 12tel Blick. Mit diesem ganz speziellen zumindest.

Ein Jahr das selbe Motiv reicht mir. Sicher, es könnte noch einiges passieren. Wer weiß, ob das Grünflächenamt den in einer Guerilla-Aktion gepflanzten Kirschbaum nicht doch noch absägt. Vielleicht sitzt auch mal jemand auf dem linken Balkon. Oder die Vorhänge im der Altbauwohnung im 1. Stock sind eines Tages aufgezogen und wir erfahren – endlich, endlich – wer da so verborgen haust. Aber ist so ein bisschen Ungewissheit nicht viel schöner, muss ich wirklich mit der Kamera alles ans Tageslicht zerren?  Ich jedenfalls möchte das nicht, ein kleines Geheimnis sollte bleiben. Ich finde, dass wir von Juli bis November genügend kleine weiße Gießkannen gesehen haben. Wer mehr wissen will kann sich ja jederzeit auf die Lauer legen: Bei Interesse verrate ich gerne den Namen der Haltestelle.

Ausdrücklich bedanke ich mich bei Tabea Heinicker, dass sie den 12tel Blick im Januar dieses Jahres gestartet hat. Ohne diesen Anstoß hätte ich mein erstes Langzeitprojekt bestimmt nicht so konsequent durchgezogen. Und damit bin ich schon mitten in der Auswertung.

Gut

  • Ein Projekt durchgezogen und es hat Spaß gemacht;
  • mit Festbrennweite und ND-Filter gearbeitet;
  • das Stativ endlich konsequent eingesetzt;
  • einige – meiner Meinung nach – interessante Bilder gemacht;
  • in RAW fotografiert;
  • meinen Kiez intensiv beobachtet;
  • eine Menge interessante Gespräche beim Knipsen geführt;
  • bei jedem Wetter und allen Lichtverhältnissen – auch in der Nacht –fotografiert;
  • nette und interessante Kommentare im Blog erhalten und viele spannende 12tel-Blick-Bilder gesehen und dabei hervorragende Blogs entdeckt;
  • endlich bei einem Blogcommunity-Projekt mitgemacht;
  • Glück mit der Motivwahl;
  • Nicht bedroht und böse angepöbelt worden ;)

Nicht so gut

  • idiotischerweise am Anfang auf eine Brennweite (28mm) festgelegt, ohne vorher Probebilder zu machen und den Ausschnitt erst einmal in Ruhe zu analysieren. Das war dann zu Anfang doch etwas überstürzt;
  • mit dem Schärfepunkt und den Belichtungszeiten zu viel herum experimentiert;
  • statt gleich auf manuelle Belichtung zu gehen, zuerst mit Blendenvorwahl und Belichtungskorrektur gearbeitet;
  • zu Beginn die Stativeinstellung nicht dokumentiert (wozu hat man Digitalkameras…), außerdem den Standort nicht genau markiert;
  • bei hellem Licht wäre wäre ein stärkeres Graufilter gut gewesen um lange Belichtungszeiten für die Unschärfe zu erhalten. Ich hatte aber keines.

Aus dem “Nicht-so-gut” habe ich eine Menge gelernt. Hilfreich waren auch die Kommentare im Blog, die mir halfen, mein Motiv besser kennenzulernen, die Defizite zu sehen und einige wertvolle Anstöße gegeben haben. Danke dafür!

Glückwunsch an alle MitknipserInnen, die Monat für Monat losgetigert sind, um ihren Blick festzuhalten und ihn mit uns zu teilen. Wer nicht jedes Mal mit dabei war, muss sich auch nicht grämen - ein Jahr kann sehr lang sein. Alle 12tel Blicke vom Dezember findet ihr bei Tabea Heinicker. Meine 12 Bilder sind hier aufgelistet.

Kommentare

  1. Dem ist nichts hinzu zu Fügen bis auf eins: du hast einen der tollsten und interessantesten Blicke des Projekts gehabt. Gern schau ich dir weiter über die Schulter, Ralf.
    Ich wünsch auch dir nen tollen Start ins neue Jahr
    Grüssli melli

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    1. Vielen Dank Melli, ich werde grad ein bisschen rot :) *verlegengrins*

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  2. Mir gefällt dein 12tel Blick außerordentlich gut....besonders der Novemberblick ( den hatte ich irgendwie verpasst...). Du hast immer versucht, eine Geschichte zu erzählen...zumindest auf den letzten Blicken wird das deutlich. Klasse!!! Ich wünsche dir einen guten Rutsch! Wir sehen uns hoffentlich hier im neuen Jahr wieder! LG Lotta.

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    1. Das mit der Geschichte hat sich tatsächlich so ab März, April entwickelt. Je länger ich die Szenerie fotografierte, desto mehr Einzelheiten sind mir aufgefallen. Schön, dass es dir gefallen hat.

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  3. einen faszinierenden blick hattest du dir ausgesucht und es hat sich viel, viel verändert seit januar. bin gespannt, was du uns im kommenden jahr zeigst.
    komm gut rüber!
    liebe grüße
    mickey

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    1. Ich bin schon auf der Suche nach einem neuen Motiv. So richtig angesprungen hat mich aber noch nichts. *grübel*

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  4. Hallo Ralf!
    Ich finds richtig schade, nicht mehr bei dir auf den Bus wartenzu können :-), aber ich verstehe deine Gründe gut. Mir gehts ähnlich.
    Ich finde dein Motiv ein wirklich interessantes und spannendes, und auch ein sehr unterhaltsames und bin gerne hier vorbei gekommen!
    Bis mal wieder, viele Grüße aus Bayern,
    Ulrike

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    1. Vielleicht gucken wir 2014 auf eine andere Szene. Mal sehen. Würde mich freuen wenn du dich ab und zu zu mir verirrst.

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  5. Ich hab, so wie du viel glernt! Auch ich bin da sehr unbedarft hineigestolpert und möchte es diesmal anders machen. Mit dem Effekt, dass ich noch keinen neuen Blick habe ;-) Keiner ist gut genug.

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    1. Einfach ausprobieren. Du weißt schließlich nie, was kommt. Auch im Alltäglichen findet sich immer wieder etwas Spannendes - oft ganz unverhofft.

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  6. ... das Dixi Klo ist weg ... ein spannender Blick, den ich ein Jahr lang immer wieder gerne besucht habe. Mit Vergnügen habe ich auch deine Geschichten dazu gelesen.

    Ich bin gespannt aufs nächste Jahr
    Viele Grüße
    Meike

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    1. Ach ja, meine Geschichten. Wie sehr habe ich im letzten Jahr um Wörter und Sätze gekämpft, es fiel mir so schwer wie schon lange nicht mehr. Freut mich sehr, dass du sie mochtest. Danke!

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  7. Vielleicht inspirieren die zugezogenen Vorhänge im 1. Stock einen 12 tel Blicker zu einem spannenden Roman? Vielleicht sind die Leute ganz einfach selten daheim, weil sie irgendwo sonst auf der Welt ihre Abenteuer erleben?
    Liebe Grüße, Brigitte

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    1. Das ist ja schon fast ein Anfang... Willst du nicht einen Versuch starten? ;)

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  8. Eigentlich kann ich mich all den vorherigen Kommentaren nur anschließen. Interessanter und wandelbarer Blickpunkt, auch ich hab' hier immer gern vorbeigeschaut. Danke dafür. Und ich finde, das letzte Bild ist wirklich ein hervorragender Abschluss für diese Reihe!
    LG, Gerdi

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  9. Sehr lebendig ging es bei dir zu und ich hab gern zu- und hingeschaut. Dein Resumee ist beachtlich, da merke ich, wie unbedarft ich noch immer ans Fotografieren gehe... (aber vielleicht hat das für eine wie gerade mich dann auch Vorteile ;-)). Ich bin gespannt, mit welchen Motiven wir uns wiedersehen ;-) Viele Grüße Ghislana

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  10. Ich werde sie vermissen, die Bushaltestelle. Dein Blick hat bei mir den Blick für das urbane Leben um mich herum geschärft. Ich hätte nie gedacht, dass ein eigentlich so „alltäglicher“ Blick so interessant ist und so viele Geschichten erzählt. Danke dafür. Ich laufe auch schon kopfkratzend durch die Gegend für einen neuen Blick ... hätte man ja das ganze Jahr schon machen können ... hätte man ;-)
    Liebe Grüße und einen schönen Jahresstart ... und hoffentlich auf ein Wiedersehen ... Aqually

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  11. Mochte Deinen Blick auch ganz besonders, er hat erstaunlich viele Geschichten erzählt. Die Roman-Idee ist vielleicht wirklich eine gute, Stoff bietet die Serie genug. Im Vorschau-Bild, als man die Person im Vordergrund noch nicht genau erkennen konnte, dachte ich für den Moment, Du seiest selbst ins Bild gegangen (per Selbstauslöser). Diesen Gedanken fand ich großartig und werde ihn für mich selbst notieren. ;o) Ansonsten bin ich wirklich beeindruckt, wie analytisch Du ans Fotografieren gehst, zumindest im Nachhinein. Da merke ich wieder, wie wenig (bis gar keine) Gedanken ich mir zum technischen Anteil mache, was sicherlich oftmals zu enttäuschenden Ergebnissen führt, trotzdem weiß ich, dass ich nur spontan und aus dem Bauch heraus knipsen (und darum wohl eher nicht ernsthaft fotografieren) kann, weil mir jeder Gedanke an Licht, Perspektive, Einstellung, Ausschnitt, etc irgendwie den Impuls für ein Motiv raubt. Entweder die Kamera setzt zufällig um, was ich wollte oder der Moment ist eben vorbei. Genau darum bin ich auch froh, dieses Mal immerhin konsequent bei einem Motiv geblieben zu sein und mir dazu hier und da mal einen Gedanken zu machen, allerdings wohl eher ohne echte Konsequenzen für mein übliches Tun.
    Werde sicher ab und zu vorbeischauen und gucken, was Du so fabrizierst, vielleicht kann ich ja doch mal das ein oder andere lernen. Danke jedenfalls für Deinen Aus- und die vielen gedanklichen Einblicke!
    Ein frohes neues Jahr und bis demnächst!

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