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Es werden Posts vom Juli, 2015 angezeigt.

NaPoBloMo Folge 17-20: Ein Ausflug nach Leipzig. Oder nach „Hypezig“?

Es waren dreizehn Jahre, die ich in Leipzig gelebt habe. Es war eine wunderbare Zeit, vor allem am Anfang, 1994, bis in die frühen Nullerjahre. Eine Stadt, in der so viel passierte, obwohl oder gerade weil sie so kaputt war.

Dann, fast unmerklich passierte es, schien die Luft raus diesem wilden Pleiße-Ort, Müdigkeit schlich sich ein. Vielleicht lag es auch daran, dass mein Studium vorbei war, fast alle lieben, coolen, spannenden, anregenden Menschen, die Leipzig während unseres Studiums mit zu diesem prickelnden Ort gemacht hatten, weg waren. Das Studium beendet, in die Welt aufgebrochen, um zu arbeiten, weiter zu studieren, zu verschwinden, irgendwo zu heiraten und Kinder zu kriegen, in Dresden zu stranden, was auch immer. Dann ging ich auch fort, um aber etwa einmal im Jahr aus Beingründen vorbeizuschauen und so konnte ich dem alten Leipzig zusehen, wie es sich herausputzte, im Zeitraffer quasi.


Manche Sachen bekommt man aber doch nicht mit. So hörte ich vergangenes Jahr, es hieße…

NaPoBloMo Folge 14-16: Zäsur mit Traumhaus

Heute lasse ich die Cadolzburg einfach Burg sein und nehme mir stattdessen die aktuelle Frage #16 vom Makellosmag vor:
Wie sähe dein Traumhaus aus, wenn du eines hast. Traumhäuser. Sind das nicht diese Einfamilienschachteln, die sich dichtgedrängt und durcheinandergewürfelt in deutschen Vorstadtsiedlungen drängeln? Meist zweistöckige Häuschen – Parterre und Obergeschoß – mit Carport für zwei Autos, bunt glasierten Dachziegeln, garniert mit Krüppelwalm, Erkerchen und multigonalen Ausluchten, Dreiecksgucklöchern im Giebel, Scheinmansarden und alpenländisch anmutenden Balkonen in der norddeutschen Tiefebene oder auf dem fränkischen Acker. Eingerahmt von Tujenhecken, falschen Granitmäuerchen, dazwischen malerische Stichstraßen mit Verbundpflaster und Cotoneaster-Rabatten, verkehrsberuhigt und menschenleer. Solche Häuschen sehe ich immer auf Prospekten, manchmal auch auf Plakaten in Bus und Bahn, die mich anschreien: „Wir bauen ihr Traumhaus“.

Traumhaus. Das kann auch Albtraum bedeuten. Ic…

NaPoBloMo Folge 13: Wir schleichen aufs Hauptor zu

Montag, der Dreizehnte. Wird das Datum in die Geschichte eingehen? Griechenland geknechtet, Philipp Mißfelder mit 35 an Lungenembolie gestorben und Gerhard Zwerenz, auf Fotos ewig schlecht gelaunt wirkender Autor und Ex-Bundestagsabgeordeter, ist ebenfalls tot. Am Tag bevor die erste menschengemachte Sonde am Pluto vorbeifliegen wird. Ob Außerirdische bereits vorbeigeschaut haben, wissen wir nicht, aber warum sollten sie.

Was hat das alles miteinander zu tun? Genau, nichts. Fast nichts. Außer, dass das im hier und heute passiert und ich doch hier angetreten bin, ein bisschen Architektur aus der Vergangenheit zu zeigen. Ich erinnere an die vorigen Folgen unserer Burg-Annäherung: Burg von weitem, dann stehen wir vor dem äußeren Tor, bewundern den rassistischen (und durchaus noch lebendigen) Geist des Mittelalters und jetzt, endlich, gehen wir durch das äußere Tor und stehen in der Vorburg. Der Blick ist frei auf den Kernbau der Cadolzburg.

Links ist die Ringmauer aus dem 13. Jahrhun…

NaPoBloMo Folge 9-12: Ein heikles Thema – antijüdische Symbole am Burgtor

Ja, ja die fränkischen Zollern. Eine schicke Burg haben sie da gekauft und dann ausgebaut, eine sichere Festung, aber auch Machtsymbol.

Wir nähern uns also dem Zugang zum Zentrum der weltlichen Macht und stehen auf einmal vor einer so genannten „Judensau“ – übrigens das größte bekannte Spottrelief dieser Art. Rund 30 solcher Schandbilder sind heute noch bekannt, zu finden sind sie nahezu ausschließlich im deutschsprachigen Raum.


Eine Riesensauerei, mit der die Herrscher der Burg, also die fränkischen Hohenzollern, klar Haltung gegenüber ihren jüdischen Untertanen bezogen. Das Motiv ist schwer zu erkennen, denn nach rund 600 Jahren ist der Sandstein verwittert. Die beste Bildbeschreibung fand ich einem recht neuen Text von Hermann Rusam in der Nürnberger Zeitung:
„Genauer betrachtet enthält das Relief zwei verschiedene judenfeindliche Themen, die in einzigartiger Weise im Bild kombiniert sind, nämlich links die bekannte Darstellung der „Judensau“ und rechts den Tanz um das goldene Ka…

NaPoBloMo Folge 8 & 9: Die Arbeit hat mich wieder

... und trotzdem geht die gebloggte Burgenexkursion weiter, wenn es mich heute auch deutliche Überwindung kostet, die nächste Folge zu schreiben.

Als ich mich in den NaPoBloMo einklinkte, war ich noch mitten im Urlaub. Einem wunderbaren Balkonien-, an-der-Spree-sitz-und-aufs-Wasser-glotz-Urlaub. Kaffeetrinken, durch Museen schlendern, den Herrgott einen guten Mann sein lassen, wie man zu Zeiten der Gebrüder Grimm noch zu sagen pflegte. Da fällt bloggen leicht, wenm der Kopf frei und die Gedanken gelüftet sind. 

Seit Dienstag bin ich wieder auf Arbeit, in einem Job, der, nun ja, intensiv was mit Internet zu tun hat. Ich sitze also oft den ganzen Tag vor dem Schirm, tippe Texte, lese und schreibe Mails, bearbeite Fotos, schreibe Fehlertickets, teste Bugfixes – was man eben so als Onliner macht. Manche Menschen schnaufen kurz durch und machen dann mühelos weiter, wo sie auf Arbeit aufgehört haben. Ich gehöre nicht dazu, sondern brauche eine unproduktive Auszeit. Respekt für alle Mensche…

NaPoBloMo Folge 7: Wir kommen näher

Eine anständige Burg zeichnet sich darin aus, dass sie einem den Zutritt so schwer wie möglich macht. So auch die Cadolzburg, die nur von Süden zu erreichen ist. Eine große Vorburg trennt die Kernburg auf ihrer Sandsteinfelsnase von der Siedlung, die den Namen der Burg trägt. Den Weg dahin versperrte das äußere Tor, irgendwann zwischen 1417 und 1437 errichtet. Wenn ich mich richtig erinnere, war das auch bis in die 90er-Jahre verschlossen, jetzt kann man durch das Torhaus ungehindert in die Vorburg spazieren.


Damit auch niemand raten musste, wer hier hinter dicken Mauern wohnte, ließen die Burgherren rechts und links über dem gotischen Torbogen ihre Wappentafeln anbringen.

Links das Ehewappen von Friedrich I. von Hohenzollern, Markgraf von Brandenburg und Burggraf von Nürnberg (1417-1440) und seiner Frau Elisabeth von Bayern Landshut. Rechts ist das Wappen seines Sohnes Johann und seiner Frau Barbara von Sachsen-Wittenberg zu sehen.

Das dritte Relief, direkt unter dem Friedrichs I…

NaPoBloMo Folge 6: Auftakt zum Burgenausflug nach Franken

Heute – und an den kommenden Tagen – mache ich beim NaPaBloMo des makellosmag.de einen kleinen Schlenker nach Franken. Hier beginnt eine kleine (Foto-)Geschichte über eine sehr interessante Burg, die mich schon seit meiner Kindheit fasziniert. Obwohl sie von meinem Heimatort keine 20 Kilometer entfernt steht, bekam ich sie in natura erst zu sehen, als anfing, mit 15 meinen Landkreis auf meinem weinroten Hercules-Mofa zu erkunden.  So ungefähr sah es aus, wenn ich mich von Westen der Cadolzburg im gleichnamigen Ort im Landkreis Fürth näherte.

Bis dahin hatte ich die Burg nur von Weitem vom Auto aus allenfalls erahnt, wenn ich mit meinen Eltern an Wochenenden über die Bundesstraße 8 Richtung Fürth fuhr. Aus großer Entfernung war am Horizont ein riesiges Gebäude zu erkennen, als Burg aber kaum erkennbar. Ein Abstecher nach Cadolzburg kam für meine Eltern aber nie in Frage. Es wären zwei Kilometer Umweg gewesen, zwei Kilometer zu viel – denn es gab immer etwas anderes zu tun, als in den …

NaPoBloMo Folge 5: Spieglein, Spieglein

Beende den Satz: Wenn ich in den Spiegel schaue dann… sehe ich einen etwas verschwitzten Mann, von der Hitze gezeichnet, der jetzt den frischen Luftzug nach dem Regen genießt.  Der Tag war heiß und zäh, die Luft stand in der Wohnung wie ein geronnener Pudding, dennoch war es drinnen noch 12 Grad kühler als auf der Straße. Kurz nach 22.30 Uhr brach das Gewitter endlich los, kippte ein wenig Regen aus und zog mit viel Gekrache und Geblitze weiter, ohne hier in der Straße größeren Schaden anzurichten.

Frau Meike hat irgendwo in Berlin den schönen Regen dankenswerterweise gefilmt.

(Ich komme gleich wieder zu mir, Entschuldigung.) pic.twitter.com/iz0slETfxH — Frau Meike (@frau_meike) 5. Juli 2015
Ein Post im Rahmen der NaBloPoMo–Reihe: Die Idee: Im Juli an jedem Tag ein Blogbeitrag.

NaPoBloMo Folge 4: Heute mal nix

Denn es gibt bekanntlich Tage, da hat man anderes vor, als das Blog mit neuen Inhalten zu versorgen.


Ein Post im Rahmen der NaBloPoMo–Reihe: Die Idee: Im Juli an jedem Tag ein Blogbeitrag.

NaPoBloMo Folge 3: Geheimnisse

Auch für die dritte Folge halte mich an die Frage des Makelosmag:
Schreibe über etwas, was die meisten Menschen nicht von dir wissen oder dir nicht zutrauen würden.
Dazu müsste  ich naturgemäß in die Köpfe meiner Mitmenschen schauen können. Außerdem bin ich inzwischen zu vielen Menschen begegnet, als dass ich auch nur erahnen könnte, wer was über mich weiß oder auch nicht weiß.

Was ich mir selbst nicht zugetraut hätte, sind Fotos von Sonnenuntergängen. Sonnenuntergänge – das ist Klischeés pur was ich selbstredend ablehne. Süßliche Romantik zwischen Palmen auf Fototapete, Baumarktposter mit Silhouetten von Paaren, die sich vor einer riesengroßen roten Sonne an den Händen halten und auf das golden schimmernde Meer hinausblicken. Das sind die Bilder, die ich dabei im Kopf habe, gesehen in zahllosen Partykellern (so bilde ich mir das jedenfalls ein).

Und dann stand ich an einem Juliabend, fast auf den Tag vor zwei Jahren, auf der Elsenbrücke zwischen Treptow und Friedrichshain und die Sonn…

NaBloPoMo Folge 2: Weggabelung

Am zweiten Tag des NaPoBloMo finde ich die Frage
Wann musstest du in der Vergangenheit eine wichtige Entscheidung treffen? Mach dir Gedanken über das andere Leben, was sich daraus hätte ergeben können. Eine wichtige Entscheidung, traf ich Ende 1991 oder Anfang 1992. So genau weiß ich das nicht mehr, es ist 23,24 Jahre mehr als  ein Vierteljahrhundert her. Ich hatte nach einem fiesen Unfall ein halbes Jahr Krankenhaus und Reha hinter mir. Das Versorgungsamt hatte mir gerade 100 Prozent Schwerbehinderung attestiert, ich war ohne Einkommen und mein Studium hatte ich nach der langen Zwangspause geistig bereits abgebrochen. Da kam ein neuerliches Schreiben vom Amt, das mir die Bedingungen für eine Ausbildung im öffentlichen Dienst – nämlich beim Versorgungsamt selbst – darlegte. Die Altergrenze hatte ich noch nicht gerissen, die übrigen Vorraussetzungen waren auch vorhanden, Behinderte würden bei gleicher Eignung bevorzugt eingestellt.

Wenn ich die Bewerbung abgegeben hätte... Wer weiß …

NaBloPoMo im Juli: Das heißt: 30 Tage, 30 Blogposts. Folge 1

Das mit dem Bloggen ist immer so eine Sache. Ich habe mal angefangen, weil ich ein paar Fotos zeigen wollte, die ich so nebenbei in meiner Freizeit mache. Das klappte auch ganz gut, bis wir im Februar vergangenen Jahres nach Helgoland reisten. Ich war ganz verzaubert vom Licht auf Insel, den Ausblicken und vor allem den vielen Tieren, die mich so nahe an sich heranließen. Ich postete ein paar Fotos von der Insel – und das war es auf einmal mit dem Fotografieren und dem Bloggen ebenso: Heimatfoto blieb für mehr als ein Jahr ohne Input und trocknete langsam ein. So al sHätte Bis ich gestern auf einen Blogartikel von Nina stieß und sah, dass sie sich damit an einem Schreibprojekt, dem NaBloPoMo von Makellosmag, beteiligt.

Solche Mitmachinitiativen gibt es zuhauf und eigentlich hänge ich mich nicht so gerne an die Projekte anderer dran. Aber manchmal kann das doch sehr befruchtend und fordernd sein, so wie 2013, als ich beim 12tel-Blick von Tabea Heinicker mitmachte. Ich lernte aus meinen…