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NaPoBloMo Folge 7: Wir kommen näher

Eine anständige Burg zeichnet sich darin aus, dass sie einem den Zutritt so schwer wie möglich macht. So auch die Cadolzburg, die nur von Süden zu erreichen ist. Eine große Vorburg trennt die Kernburg auf ihrer Sandsteinfelsnase von der Siedlung, die den Namen der Burg trägt. Den Weg dahin versperrte das äußere Tor, irgendwann zwischen 1417 und 1437 errichtet. Wenn ich mich richtig erinnere, war das auch bis in die 90er-Jahre verschlossen, jetzt kann man durch das Torhaus ungehindert in die Vorburg spazieren.


Damit auch niemand raten musste, wer hier hinter dicken Mauern wohnte, ließen die Burgherren rechts und links über dem gotischen Torbogen ihre Wappentafeln anbringen.

Links das Ehewappen von Friedrich I. von Hohenzollern, Markgraf von Brandenburg und Burggraf von Nürnberg (1417-1440) und seiner Frau Elisabeth von Bayern Landshut. Rechts ist das Wappen seines Sohnes Johann und seiner Frau Barbara von Sachsen-Wittenberg zu sehen.

Das dritte Relief, direkt unter dem Friedrichs I., leicht nach links versetzt, ließ mir bei genauerer Betrachtung das Blut in den Adern gefrieren. Denn damit gab der damalige Herrscher, übrigens der direkte Vorfahr der deutschen Kaiser von 1871 bis 1918, ein klares Statement zu seiner Haltung gegenüber den jüdischen Bewohnern seines Herrschaftsbereiches ab: Burggraf Friedrich war ein Judenhasser und zeigte das mit dem Bild am Burgtor allen Besuchern und Untertanen, die zu ihm mussten oder wollten. Über dieses Relief schreibe ich bei der nächsten Folge des kleinen Rundganges.

Ein Post im Rahmen der NaBloPoMo–Reihe: Die Idee: Im Juli an jedem Tag ein Blogbeitrag.

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