Direkt zum Hauptbereich

Porträtfotografie: Wie ich Teil des Projekts „Sofort Bild Portrait“ wurde

Nun war ich recht begeistert von dem Kunstprojekt, das der Fotograf Oliver Blohm über mehrere Wochen in der Kommunalen Galerie Berlin vorantrieb. Bei der Eröffnung der Ausstellung hatte es leider nicht geklappt mit einem Porträt von mir (bei der Tombola für ein Foto zog ich wie üblich eine Niete), fragte ich per Mail nach, ob ich bei dem Projekt mitmachen dürfte.

Und siehe da: ich bekam eine total nette Einladung und am 7. Mai fotografierte mich Oliver Blohm für sein Polaroid-Projekt „Sofort Bild Portrait“. Es machte sehr viel Spaß und am Ende kam auch wirklich tolles Porträt aus der Kamera. Am 4. Juni war nun der Abschluss der Ausstellung – die Finissage musste leider ohne den Fotografen stattfinden.
Sofortbilder und ich
4 Wochen liegen zwischen dem Porträt und diesem Foto in der Kommunalen Galerie Berlin.
Das war etwas schade, weil die Besucherinnen und Besucher vom wieder vollkommen unvorbereitet wirkenden Kurator nur Allgemeinplätze über das Projekt erfuhren. Ich fand das recht enttäuschend und dem Projekt nicht angemessen. Aber die komplette Ausstellung mit vielen ihren wunderbaren großformatigen Sofortbildern und Standard-Polaroids sprach dann doch für sich.

Damit Ihr einen gewissen Eindruck bekommt, wie das aussieht, habe ich mich neben mein Konterfei gestellt. Die anderen Bilder habe ich aus Urheberrechtsgründen verpixelt. Denn die Modelrelease, mit der alle Porträtierten die Bilder zur Veröffentlichung der Bilder freigaben, gilt natürlich nicht für für dieses Blog. Das Foto hier zeigt nur einen Ausschnitt; in Wirklichkeit waren bestimmt drei Mal so viele Fotos aufgehängt, dazu kamen die vielen Polaroids im klassischen kleinen Format.

Es war ein sehr schönes Projekt, eine Feier des perfekt gemachten Unperfekten und des Unikats. Ich bin richtig ein bisschen stolz, dass ich mitmachen durfte. Dass aber, außer mir, an diesem Tag kein einziger der Abgelichteten die fertige Ausstellung besuchte, fand ich schon erstaunlich. Dabei finde ich gerade die Auswahl und das Arrangement, also was der Künstler aus seinem Material macht, so spannend. Deshalb wollte ich unbedingt noch einmal das Gesamtwerk sehen, obwohl ich mich zur Zeit nur mühsam auf Krücken bewegen kannt. Aber das war die Mühe wert.

Und wer es verpasst hat, wird es so auch nicht wieder zu sehen bekommen: Die Ausstellung endete mit der Finissage.

Deshalb nochmals an dieser Stelle: Danke, Oliver Blohm!

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Gesehen & gekauft: Street Photography Now

Mit dem Fotografieren ist es wie mit Fußball, Schreiben, Singen, Tanzen oder einer anderen beliebigen schöpferischen Tätigkeit: Die Ergebnisse werden umso besser, je häufiger man/frau es tut. Oder altdeutsch ausgedrückt: Übung macht die MeisterIn.
Das gilt natürlich auch für die Straßenfotografie, dieses traditionsreiche Feld der Lichtbildnerei mit legendären Vertretern wie Henri Cartier-Bresson und Robert Frank. Doch wie nähert man sich dem Genre Street Photographie, wie fängt man an? Gehe ich einfach raus auf die Straße und schieße dort Leute mit dem Teleobjektiv ab, oder halte ich die Kamera wahllos in x-beliebige Szenen? Natürlich könnte man es machen, wie uns der Schweizer Thomas Leuthard in seinem eBook Collecting Souls rät:
Don’t study the work from the old masters, don’t go into exhibitions and don’t read about photography just go out and shoot in the streets. Nur nicht zu viel lesen und angucken vorher, einfach nur machen, meint er. Das ist natürlich Unsinn und das weiß verm…

Unleserlich: Das Ebook und die PDF-Pest

Ich versuche gerade die Programmiersprache Python zu lernen und kaufte mir  dafür ein Buch aus einem bekannten Wissenschaftsverlag.  Der Verlag ist so nett und bietet zusätzlich zum Papierbuch kostenlos die Ebook-Variante an, die es gegen einen im Buch abgedruckten Promocode im Onlineshop zum Download gibt. 
Dieses Angebot nahm ich gerne in Anspruch, denn ich habe einen Tolino-Reader, den ich für unterwegs in der Bahn oder im Bus oft mitnehme. Für Texte im EPUB- oder Text-Format ist er sehr gut geeignet, weniger gut gelöst ist allerdings die PDF-Darstellung. Wenn das PDF vom Layout nicht auf das Readerformat angepasst ist, wird das Lesen zur Qual. Das sollte sich jetzt rächen.

Auf meinem Tolino öffnete sich nach dem Download des Python3-Buches leider das Print-PDF: Die Schrift winzigklein, die farbigen Auszeichnungen ein grauer Einheitsbrei. Was in einem relativ großformatigen Buch gedruckt wunderbar funktioniert, das ist am Ebookreader nur noch Augenpulver. Wäre das Buch keine kostenl…

Karpfenreportage: Des Franken liebsten Fisch auf der Spur

Manche Fotomotive lassen mich einfach nicht los.

Der fränkische Spiegelkarpfen zum Beispiel fasziniert mich seit meiner Kindheit. Aufgewachsen in einer Gastwirtschaft, wurde ich als kleiner Junge jeden Herbst Zeuge eines wahrhaft gargantuischen Ereignisses – der "Fischpartie" im Gasthaus Bräustübl in einer kleinen fränkischen Marktgemeinde. 250 bis 300 Karpfen von je rund 1,5 kg Gewicht verkaufte meine Großmutter, die legendäre Grete Süß, in halben Portionen innerhalb von 4 Tagen an die hungrigen Gäste.



Ein goldgrüner Karpfen nach dem anderen wurde geschlachtet  Das Bild der Metzgers, der die lebenden Fische in dieser Zeit schlachtete und für die Küche vorbereitete, werde ich nie vergessen. Das stand dieser mächtige, fast zahnlose Mann mit weißer Schürze und blaugestreifer Arbeitskleidung in der Waschküche, die als Schlachthaus diente. Mit präzisen Handgriffen holte er einen goldgrün schimmernden Spiegelkarpfen nach dem anderen aus einer riesigen Zinkwanne, betäubte die zapp…