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Über mich

Die Heimat eines Hobbyknipsers

Heimat. Klingt grauslich, was? Ob das mit bestimmten Gruppen zusammenhängt, die dieses so genuin deutsche Wörtchen für sich gerne mißbrauchen.

Wenn man aber zu den Menschen mit mehr als einem Wohnort über die Jahre gehört, dann sammeln sich schnell ein paar temporäre Heimaten an. Manchmal fühlt man sich schon am Ziel einer Reise heimatlich – dieses spezielle Gefühl, das mehr als nur "daheim" meint. Aus diesen Heimaten, vergangenen und gegenwärtigen, zeige ich hier ein paar Bilder(serien), Texte und was mir so einfällt.

Der Knipser

Mit zehn oder elf Jahren durfte ich das erste Mal mit der alten Sucherkamera meines Vaters knipsen. Sie hatte eine braune Lederhülle und drei Einstellungen: Berg, Kopf und Blume. Als ich den ersten Film voller verwaschener Berge und Kühe entwickelt zurück bekam, musste ich dafür mein ganzes Taschengeld hergeben. Ich war also pleite und bedauer­licher­weise zeigte der Papa nicht die geringste Neigung, mich in meiner künstlerischen Entwicklung mit Material oder Geld zu fördern. Damit war meine junge Lichtbildnerkarriere vorerst beendet.

Etliche Jahre später bewarb ich mich, noch Schüler, bei der Lokalzeitung als freier Mitarbeiter. Wie leicht ging mir das "Ja" über die Lippen, als mich der Redakteur fragte, ob ich denn auch fotografieren könne. Zuhause schwatzte ich dem Papa eine seiner Kameras ab ("nur geliehen...") und ließ mir in zehn Minuten die wichtigsten Einstellungen zeigen. Es war eine Canon AV-1 und mit ihr begann ich nun tatsächlich regelmäßig zu fotografieren - anfangs ausschließlich in Schwarzweiß. Später entwickelte ich SW-Filme und vergrößerte selbst, versuchte mich mit Dias und kaufte mir meine erste eigene gebrauchte Kamera - eine Canon A1.

Dann holte ich die Kamera immer seltener aus der Schublade - die Lust am Knipsen war weg. Vielleicht waren es in den Jahren einfach ein paar Feuerwehrjubiläen und Urkundenverleihungen zu viel gewesen. Nur von Reisen brachte ich immer ein paar belichtete Dia-Filme mit nach Hause. Erst mit der Digitalfotografie kam die Lust am Bild langsam zurück, seltsamerweise auch an der Analogfotografie.

Alle Texte und Fotos stehen unter einer CC3.0-Lizenz.

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